- 06.12.2009, 19:38:37
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Zum Erfolg verdammt (von Mario Zenhäusern)
Der EU-Klimagipfel muss Ergebnisse bringen, weil die Welt sich nichts anderes mehr leisten kann.
Innsbruck (OTS/TT) - Kopenhagen steht ab heute im Brennpunkt der
Weltöffentlichkeit. In der dänischen Hauptstadt findet der
UN-Klimagipfel statt, eine Veranstaltung der Superlative. Mehr als
20.000 Teilnehmer werden diskutieren, mehr als 5000 Journalisten
darüber berichten.
Die Hoffnungen, dass Kopenhagen einmal einen Fixplatz in der
Geschichte der weltweiten Umweltpolitik einnimmt, wachsen nicht in
den Himmel. Kein Wunder, geht es ab heute doch um ein Nachfolgepapier
zum so genannten Kyoto-Abkommen, das sich leider zum klimatechnischen
Megaflop entwickelt hat. 41 Industriestaaten hatten sich 1997 darauf
verständigt, den für die Klimaerwärmung hauptverantwortlichen
Treibhausgas-Ausstoß bis 2012 um 5,2 Prozent zu senken. Tatsächlich
stieg der CO?-Ausstoß in den Industriestaaten seither um 14 Prozent,
weltweit seit 1990 gar um 40 Prozent.
Die Prognosen der Wissenschafter sind düster: Gelingt es nicht, die
Erderwärmung rasch und vor allem nachhaltig zu stoppen, droht der
Klima-GAU. Dessen Auswirkungen sind bekannt: Bereits ab einer
Erwärmung um zwei Grad starten irreversible Prozesse, schmilzt der
Grönland-Eisschild ab oder trocknen die Regenwälder am Amazonas aus.
Bei den 14 UN-Klimagipfeln seit 1995 haben die teilnehmenden
Politiker nichts als heiße Luft produziert. Die Situation hat sich
seither, siehe Kyoto-Ziele, verschlechtert statt verbessert. Das wird
sich ändern müssen. Die Gespräche von Kopenhagen sind zum Erfolg
verdammt, weil sich Obama und Co. gar nichts anderes leisten können.
Weil sich auch die Welt nichts anderes mehr leisten kann.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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