• 03.12.2009, 08:30:11
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Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungs- und Gewaltbereitschaft gegenüber "Fremden" - Psychotherapie und Politik im Dialog

Wien (OTS) - Am 4. Dezember veranstaltet der Österreichische
Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) zusammen mit der Kammer für
Arbeiter und Angestellte für Wien (AK Wien) und dem Wiener
Landesverband für Psychotherapie (WLP) ein eintägiges Symposium zum
Thema "Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungs- und Gewaltbereitschaft
gegenüber 'Fremden' - Psychotherapie und Politik im Dialog". Warum
greifen gerade PsychotherapeutInnen den Dialog mit der Politik auf?

Mit der Fachtagung setzt der ÖBVP einen weiteren Schritt, um zu
einem tieferen Verständnis der kollektiven und individuellen
Dynamiken bei der Entstehung von ausgrenzenden und rassistisch
motivierten Haltungen und an Möglichkeiten zu ihrer Überwindung
beizutragen. Bei diesem Symposium werden auch die Fragen gestellt,
wie PsychotherapeutInnen in der Praxis mit diesen Themen umgehen und
ob es eine besondere gesellschaftliche Verantwortung der
PsychotherapeutInnen bei der Überwindung von Fremdenfeindlichkeit und
Rassismus gibt. Thematisiert werden dazu auch Erklärungen, konkrete
Erfahrungen und Fragestellungen aus der Politik. Zudem werden
mögliche Forderungen an die Politik diskutiert sowie hilfreiche
Schlussfolgerungen für Politik gezogen.

Die Fakten sprechen für sich: 1,4 Mio. Menschen mit
Migrationshintergrund leben in Österreich, teils im Ausland, teils in
Österreich geboren und in den meisten Fällen ohne österreichische
Staatsbürgerschaft. Doch auch mit österreichischer
Staatszugehörigkeit sind mutmaßliche "Fremde" häufig mit Vorurteilen
und Diskriminierung konfrontiert. Denn das scheinbar "Fremde" ist
ungewohnt und verunsichert.

Diese Fakten spiegeln sich auch in der psychotherapeutischen Praxis
wider. PsychotherapeutInnen arbeiten im gesamten soziodemographischen
Spektrum der österreichischen Bevölkerung somit auch mit Menschen,
die sich durch ihren (sozio)kulturellen Hintergrund von dem des
Aufnahmelandes unterscheiden. Besonders auf die Risikofaktoren Flucht
und Migration spezialisierte PsychotherapeutInnen bringen ihre
Erfahrungen mit Inter- bzw. Transkulturalität sowie den Folgen
traumatisierender Flucht- und Asylbedingungen mit in ihren
psychotherapeutischen Alltag ein. Zunehmend sind PsychotherapeutInnen
in ihrer Praxis aber auch mit Menschen konfrontiert, die mit Angst
und Hass auf Zuwanderer und AsylwerberInnen reagieren. Rassistische
Haltungen, Ausgrenzungs- und Gewaltbereitschaft sind die Folge.

Seit jeher begibt sich die Psychotherapie mit ihren Konzepten auf
die Suche nach differenzierten Verstehensansätzen für derartige
Phänomene und tritt nun verstärkt in den Dialog mit der Politik ein,
um sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu fördern.

Rückfragehinweis:
Dr.a Eva Mückstein (Präsidentin ÖBVP) Kontakt: 0676/6004676
Leonore Lerch (Stv. Vorsitzende des WLP) Kontakt: 01/912 28 65

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OBP

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