• 16.11.2009, 10:05:58
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NR- Präsidentin Prammer ehrt Theodore Bikel Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst in New York überreicht

Wien/New York (PK) - Im Rahmen einer kleinen Feier hat gestern Abend
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer in der österreichischen
Gesandtschaft in New York dem aus Wien gebürtigen Künstler Theodore
Bikel das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse übergeben.
Prammer nimmt heute und morgen an einer Konferenz der
interparlamentarischen Union teil.

Theodore Bikel, am 2. Mai 1924 in Wien geboren, sei eines jener
seltenen Multitalente, die nicht nur in einer Disziplin großartige
Leistungen vollbringen, sagte Prammer in ihrer Laudatio bei der
Übergabe des Ehrenkreuzes. Bikel habe mit seinen Talenten als
Folksänger und Schauspieler zur Unterhaltung und Freude vieler
Menschen beigetragen. Prammer ging dann in ihrer Rede auf einzelne
wichtige Stationen seiner Karriere ein. Sie erinnerte u.a. daran,
dass Laurence Olivier Bikel entdeckt und seine Filmkarriere mit einer
Nebenrolle in "African Queen" begonnen habe. 1955 startete er in New
York seine Karriere als Folksänger - mit einer Platte mit jiddischen
Volksliedern. Prammer würdigte Bikel als einen "Meister der Sprachen,
Dialekte und Akzente", der sechs Sprachen spreche und in 20 Sprachen
singe. 1959 wirkte er in der Broadway-Aufführung des Musicals "A
Sound of Music" über die Trapp-Familie mit - in jenem Musical, aus
dem bis heute viele Amerikaner ihr Österreich-Bild beziehen und das
in Österreich kaum bekannt sei. Außerdem spielte er mehr als 2.000
Mal den Tevye in "Fiddle on the Roof".

Prammer ging dann auch auf den politischen Theo Bikel ein und rühmte
sein vielfältiges Engagement. 1977 von Präsident Carter in den
nationalen Kunstrat aufgenommen, war Bikel u.a. auch Vizepräsident
des amerikanischen jüdischen Kongresses. Bikel stehe - wie der vor
kurzem ebenso ausgezeichnete Eric Pleskow - "auch für die
verschlungene jüngere Geschichte Österreichs mit ihren Abgründen",
sagte Prammer. "Sie wurden angefeindet, vertrieben, ihrer Heimat
beraubt und haben nur durch Glück überlebt. Viele andere nicht",
sagte die Nationalratspräsidentin. Die Auszeichnung für Theo Bikel
sei auch in diesem Licht zu sehen: "Die Republik zollt Theo Bikel
Respekt für sein Lebenswerk, aber auch dafür, dass er Österreich
trotz allem verbunden geblieben ist", schloss Prammer.

Theodore Bikel bedankte sich in bewegten Worten für die hohe
Auszeichnung. Er könne zwar nicht vergessen, was damals passiert sei
und was seiner Familie zugefügt wurde, sagte er. In Wien habe er die
Begeisterung für das Theater erfahren und gelernt, die Kunst zu
lieben. Das verbinde ihn mit der Stadt, in der er sich heute unter
Freunden fühle. Er werte die Auszeichnung als Beweis für ein neues
Österreich und als Geste des Willens, sich zu verstehen.
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zeitverzögert - auf der Website des Parlaments im Fotoalbum:
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(Schluss)

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