• 12.11.2009, 11:18:13
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Gesundheit in Zeiten der Wirtschaftskrise Podiumsdiskussion im Parlament über "Krankmacher" Krise

Wien (PK) - Macht die Krise krank?, fragten sich heute Expertinnen
und Experten aus dem Gesundheitsbereich im Rahmen eines
Podiumsgesprächs im Parlament. Die aktuelle Finanz- und
Wirtschaftskrise habe einerseits Auswirkungen auf die Gesundheit der
Bevölkerung und betreffe andererseits aber auch die Finanzierung der
Gesundheits- und Sozialsysteme, lauteten die grundsätzlichen
Feststellungen, von denen die Diskussion ihren Ausgang nahm. Darüber
hinaus setzte sich die Veranstaltung mit der Frage auseinander,
inwieweit die Krise als Chance für Reformen im Gesundheitswesen
gesehen werden kann.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer zeigte sich überzeugt, dass
die Krise krank macht, und meinte, manches würde man aber nicht
sofort mit der Krise assoziieren. So seien die psychischen
Auswirkungen nicht zu unterschätzen. Die sinkenden
Krankenstandszahlen wiederum legten für Prammer den Schluss nahe,
dass in wirtschaftlich unsicheren Zeiten immer mehr Beschäftigte
Angst vor Repressionen haben. In Summe sah die Präsidentin in der
Krise auch den Auftrag, alle Anstrengungen zu unternehmen, die
öffentliche Gesundheitsversorgung in ihrer bewährten Weise aufrecht
zu halten.

Initiator der Veranstaltung war das European Health Forum Gastein,
dessen Präsident Günther Leiner in seinen Begrüßungsworten meinte,
die Krise decke Schwachstellen im Gesundheitssystem auf. Die
österreichische Gesundheitsversorgung sei zwar hervorragend,
Entscheidungen würden aber allzu oft von Machtinteressen dominiert,
auch komme bei Finanzierungsüberlegungen der Mensch zu kurz.

Vertieft wurde das Thema von Maria Hofmarcher-Holzhacker, die in
ihrem Impulsreferat die Krise auch als Chance interpretierte und zur
Hebung von Effizienzreserven und zur Steigerung der Effektivität der
Gesundheitsausgaben aufrief. In diesem Sinne sollten Selbstbehalte in
erster Linie auf mehr Effizienz abzielen und nicht bloß zur
Finanzierung des Systems herangezogen werden.

Denkanstöße zum Thema Krise und Gesundheit lieferte im Anschluss
daran ein von Martin Rümmele moderiertes Podiumsgespräch zwischen
Günther Leiner, Maria Hofmarcher-Holzhacker, Gesundheitsminister
Alois Stöger und Andrea Ammon vom European Center for Disease
Prevention and Control.

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie - etwas
zeitverzögert - auf der Website des Parlaments im Fotoalbum:
www.parlament.gv.at (Schluss)

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