OTS0239 / 02.11.2009 / 15:35 / Channel: Politik / Aussender: Freiheitlicher Parlamentsklub - FPÖ
Stichworte: Dinghofer / FPÖ / Graf


Würdige Kranzniederlegung am Grab des Republik-Verkünders Dr. Franz Dinghofer

Utl.: Graf: "Offizielles Österreich bleibt nötige Würdigung bis jetzt schuldig" =


   Wien (OTS) - Eine FPÖ-Delegation, angeführt vom Dritten
Nationalratspräsidenten Martin Graf, hat heute am Linzer
Barbara-Friedhof einen Kranz am Grab von Dr. Franz Dinghofer
niedergelegt. Dinghofer verkündete am 12. November 1918 als Präsident
der Provisorischen Nationalversammlung: "Deutschösterreich ist eine
demokratische Republik". Dies war damals keine
Selbstverständlichkeit, wollten doch starke kommunistische Kräfte
eine Räte-Republik nach sowjetischem Vorbild installieren und
trauerten viele Christlichsoziale der zusammengebrochenen Monarchie
nach.
Angesichts dieser historischen Umstände könne die Bedeutung
Dinghofers gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, erklärte Martin
Graf in seiner Gedenkansprache: "Das offizielle Österreich ist ihm
die nötige Würdigung bis jetzt schuldig geblieben." Worte des
Angedenkens sprachen auch Landesrat Manfred Haimbuchner und
Oberösterreichs FPÖ-Obmann Lutz Weinzinger.
Völlig an der historischen Realität vorbei gehen die Proteste der
Grünen gegen die Kranzniederlegung, die versuchen, Dinghofer in ein
rechtsextremes Eck zudrängen. Dem widersprechen schon die Umstände
seines Rücktritts. Er musste als Justizminister - auch auf Drängen
seiner eigenen Partei - im Jahr 1928 den Hut nehmen, weil er sich
geweigert hatte, der Auslieferung des ungarischen Kommunistenführers
Bela Kun zuzustimmen, zumal dieser in seiner Heimat kein faires
Verfahren erwarten konnte. Im historischen Jahrbuch der Stadt Linz
des Jahres 1969 schreibt Fritz Mayerhofer in einem ausführlichen
Beitrag: "Dinghofer zählte zu jenen wenigen, die man als den Typus
der politischen Mitte zu bezeichnen pflegt. (?) Sein Abschied aus der
Politik muß als Ablehnung der sich anbahnenden radikalen Strömungen
innerhalb des nationalen Lagers gesehen werden. Seine Ansichten
verfocht er mit den Mitteln der Demokratie; daher machte er auch
nicht den Schritt zum Nationalsozialismus, wie viele seiner
ehemaligen Parteikollegen es taten, mit."
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