- 02.11.2009, 13:46:43
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Maier: Risiko Wintersport - Todesfälle dramatisch gestiegen
Einheitliche Pistenordnungen in den Bundesländern notwendig
Wien (OTS/SK) - "Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl tödlich
verunfallter WintersportlerInnen auf Österreichs Skipisten und bei
Skitouren oder Variantenskifahren. In der Saison 2008/09 gab es
bereits 60 Todesfälle, 2007/08 50 Todesfälle und 2006/07 gab es 42
Todesfälle", erklärte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier am
Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Um die Sicherheit von
WintersportlerInnen zu erhöhen ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen
erforderlich, wie in allen Bundesländern einheitliche Pistenordnungen
oder selbstverständlich die Helmpflicht für alle jugendlichen Ski-
und SnowboardfahrerInnen bis zum 15. Lebensjahr. Sieben Bundesländer
haben diese Vereinbarung auch unterschrieben, nur Tirol, Vorarlberg
und Oberösterreich weigern sich, diese Helmpflicht landesgesetzlich
zu regeln - ein Föderalismus der besonderen Art", kritisierte Maier.
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Maier präsentiert erstmals Zahlen zu Ski- und Snowboardunfällen, nur
ein Teil des Unfallgeschehen werde von PolizistInnen erhoben und
statistisch erfasst und dann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit
ausgewertet. Dabei handle es sich ausschließlich um tödliche Unfälle
und Unfälle mit Verdacht auf Fremdverschulden, alle anderen Unfälle
von WintersportlerInnen werden unmittelbar nicht erfasst. Ähnlich wie
bei den Todesfällen von WintersportlerInnen auf Sikpisten und im
freien Skiraum sei die Entwicklung bei den Lawinentoten (31
Todesfälle) und den Todesfällen (27) aufgrund eines internen Notfalls
(z.B. Herzinfarkt), so Maier.
Die Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit
(KfV) ergab für Jahr 2008 über 60.000 Wintersportunfälle, darunter
46.300 Unfälle beim Alpinskilauf und 11.900 Unfälle beim Snowboarden.
Diese Unfallzahlen sind seit Jahren in etwa konstant, der
Verletzungsgrad ist allerdings durch höhere Geschwindigkeiten und das
Material gestiegen. Auch für die Skisaison 2008/2009 wurden mit ca.
60.000 verletzten SportlerInnen (mit Verletzungen wie Prellungen,
Platzwunden, Schnittwunden, Brüche, Kopfverletzungen, Becken- und
Wirbelsäulenverletzungen und innere Verletzungen etc.) gerechnet.
Bedauerlicherweise gibt es keine Zahlen über die gesundheitlichen
Folgen von Wintersportverletzungen, wie z.B. über dauernde
Invalidität.
Nach einer Studie des Instituts für Sportwissenschaften der
Universität Innsbruck, die vom ÖSV in Auftrag gegeben worden ist,
waren in der Saison 2007/2008 die SkifahrerInnen mit 83 Prozent von
Verletzungen betroffen, 17 Prozent SnowboarderInnen. Weiters gelten
Stürze ohne Fremdverschulden mit 87 Prozent als häufigste
Unfallursache.
"Das Thema 'Sicherheit auf Skipisten und im freien Skiraum' kann
sich nicht nur auf die Diskussion um eine Helmpflicht beschränken, es
geht beim industriellen Massensport um ein Bündel von Maßnahmen durch
Skiliftbetreiber, Tourismusregionen, Versicherungen,
Reiseveranstalter, Bundesländer, Sozialversicherungsträger,
Ministerien etc.", so Maier, der folgende Maßnahmen vorschlägt:
* Körperliche Fitness, Risikobewusstsein und die Kenntnis der
FIS-Regeln kann leider nicht verordnet werden. Daher sind
gesundheitspräventiv Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen zu
verstärken.
* Koordinierung aller Aufklärungs- sowie Sicherheits- und
Präventionsmaßnahmen unter Einbeziehung aller Akteure im Wintersport
(Umsetzung von "Best-Practice-Modellen").
* Helmpflicht für alle jugendlichen SkifahrerInnen und
SnowboarderInnen bis zum 15. Lebensjahr in Österreich.
* Harmonisierung aller Pistenordnungen in Österreich. Eine -
unterschiedliche - föderale Gesetzgebung ist kontraproduktiv und eine
Zumutung für WintersportlerInnen (UrlauberInnen).
* Mittelfristig wird zu klären sein, ob in Skigebieten weiterhin
"Alpinpolizisten" Pistendienste vornehmen sollen oder - ähnlich wie
bei anderen sportlichen Großveranstaltungen (z.B. Fußball, Radrennen)
der Skiliftbetreiber als Veranstalter für eine "Pistenpolizei"
verantwortlich ist.
* Modelle für verpflichtende Freizeit-Unfallversicherungen
(Kombination mit einer Haftpflichtversicherung), die flächendeckend
angeboten werden können (z.B. 1 Euro pro Liftkarte für den
Versicherungsschutz).
* Initiative Österreichs auf EU-Ebene für eine Harmonisierung von
Pistenordnungen auf einem hohen Sicherheitsniveau und des
Pistenrechts.
(Schluss) bg/mp
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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