• 29.10.2009, 10:04:31
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Von Banken verursachte Krisen sind besonders kostspielig

ÖGB-Oberhauser: Neiddebatte verhindern und in Schul- und Ausbildung investieren

Wien (OTS/ÖGB) - "Finanzkrisen, die von Banken ausgehen sind
besonders kostspielig", stellte Mittwoch Abend der Gouverneuer der
Österreichischen Nationalbank, Univ. Prof. Dr. Ewald Nowotny, bei
einer Podiumsdiskussion zu der der ÖGB und der Verband
Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB) ins Albert
Schweitzer Haus in Wien eingeladen hatten, fest. ÖGB-Vizepräsidentin
Sabine Oberhauser forderte, dass die begonnene Neiddebatte
eingestellt, und angesichts der noch nicht beendeten Krise in Schul-
und Ausbildung investiert werde.++++

Zum Thema "80 Jahre 'Schwarzer Freitag' - Wirtschaftskrisen ohne
Alternativen?" diskutierten weiters der Historiker und Ökonom Univ.
Prof. DDr. Dieter Stiefel, der Wirtschaftsforscher Mag. Dr. Markus
Materbauer (WIFO) und die Vertreterin von ATTAC, Mag. Alexandra
Strickner. Nowotny sah zwar Parallelen zur Krise der 30iger Jahre,
allerdings auch entscheidende Unterschiede. "Wir haben bei der
Bekämpfung aus der Geschichte gelernt. Und dabei hat sich auch der
Euro bewährt", so der Notenbankgouverneur.

Für den Historiker Stiefel geht das Platzen von Finanzblasen bereits
ins 17. Jahrhundert zurück. Damals wie heute seien neue
Finanzprodukte auf den Markt gekommen. Als Beispiel nannte er etwa
die Einführung der Ratenzahlung in den USA. Marterbauer und Strickner
sahen als wichtigen Faktor für die Krise die Verteilung des
Vermögens, dass erst für wenige spekulieren ermögliche. Die
ATTAC-Vertreterin sieht das "Lernen" nur bedingt. So gäbe es bereits
die ersten Probleme in Osteuropa mit Sparpaketen.

Einig war sich das Podium, dass mit dem Sparen nicht zu früh begonnen
werden dürfe. Nowotny: "Es wäre gefährlich zu früh mit der
Konsolidierung zu beginnen". Marterbauer forderte eine
Arbeitszeitverkürzung in Verbindung mit einer besseren Aus- und
Weiterbildung. Oberhauser verwies darauf, dass - etwa in Verbindung
mit Kurzarbeit - die Weiterbildung und auch Umschulung verstärkt
werden müsse. Erste Ansätze gäbe es bereits. Oberhauser: "Hier muss
noch mehr gemacht werden."(ff)

ÖGB, 29. Oktober 2009 Nr. 642

Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Franz Fischill, Tel.: (++43-1) 534 44/510 DW, Fax: (++43-1) 533 52 93, Mobil: 0664/814 63 11, http://www.oegb.at

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