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OTS0025   10. Okt. 2009, 11:52

FPÖ-Lausch: Lebensgefährliche ÖBB-Sparmaßnahmen forderte 14 Verletzte

Eine größere Katastrophe konnte durch umsichtige Lokführer verhindert werden


Das gestrige Zugunglück am Matzleinsdorfer Platz in
Wien forderte mindestens 13 leicht- bis mittelschwer Verletzte,
sowie einen Schwerverletzten. Während sich die ÖBB noch in Schweigen
hüllt, hat der freiheitliche NAbg. Christian Lausch aus informierten
Kreisen bereits schockierende Informationen.

"Der Unfall ist eindeutig auf nicht vorhandene Sicherheitsmaßnahmen
zurückzuführen! Die Schnellbahn 26471 auf dem Weg nach Wiener
Neustadt stieß am Freitag um 12.07 mit einem Bauzug zusammen, da
keinerlei Maßnahmen zur Sicherung der Baustelle des künftigen Wiener
Hauptbahnhofes existieren", hält Lausch fest.
Tatsächlich waren die Baumaßnahmen auf dem Gleisbett zum Zeitpunkt
des Unfalls nicht einmal durch optische Signale gesichert. Christian
Lausch kann das nicht nachvollziehen: "Der Lokführer der Schnellbahn
war in keinster Weise vorgewarnt. Er hatte keinerlei Kenntnis, dass
ein Bauzug "sein" Gleis mitbenützt - kein Signal hat ihn gewarnt.
Weder ihn noch den Fahrdienstleiter trifft eine Schuld; der rasche
Bremsvorgang hat sogar Schlimmeres verhindert." Zu einer wahren
Katastrophe hätte es in der Tat kommen können, wäre der folgende
Schnellzug 404 (Kaschau-Wien) nicht ebenfalls mit einem umsichtigen
Triebfahrzeugführer besetzt gewesen, der reaktionsschnell seinen
Reisezug zum stehen bringen konnte.

Um solch folgenreiche Zusammenstöße auf der Strecke ausschließen zu
können sind eigentlich Schutzweichen unumgänglich. Doch die Bahn
verzichtet, mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde, fahrlässiger Weise
aus Kostengründen bereits seit Jahrzehnten auf diese Sicherung, die
z.B. in Deutschland zum absoluten Standard gehört.
Doch selbst bei der Rettung der Verunglückten schlief gestern die
ÖBB-Sicherheit. Erst eine Stunde nach dem Unfall wurde der Strom bei
der Fahrleitung (vermutlich auf Weisung der Feuerwehr) abgeschaltet.
Somit fand sogar die Bergung der Verletzten unter Lebensgefahr statt.

"Dieser Unfall muss endlich aufzeigen, dass es bei den ÖBB kein
"weiter so" geben darf. Aus Kostengründen wird hier mit der
Gesundheit und sogar mit dem Leben der Fahrgäste und der
ÖBB-Bediensteten gespielt. Um das rote Prestige-Projekt ‚Wiener
Hauptbahnhof‘ auf Teufel komm raus fertig zu stellen und die
ausufernden Kosten nicht noch weiter explodieren zulassen, wird
einfach komplett auf jede Sicherheitsvorkehrung gepfiffen.
An dieser Stelle gelten jedoch allen betroffenen Fahrgästen und
insbesondere dem schwerverletzten Lokführer meine aller herzlichsten
Genesungswünsche", schließt Lausch.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0025 2009-10-10 11:52 101152 Okt 09 FPK0001 0359



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