• 10.09.2009, 10:52:34
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Schuldenreport 2009: Nachfrage nach Schuldenberatung und Privatkonkurs steigt

Schuldenberatung bringt hohen Nutzen, Politik lässt mit Privatkonkursreform auf sich warten

Wien (OTS) - Insgesamt 47.525 Personen mit Schuldenproblemen
wurden im Vorjahr von einer der 10 staatlich anerkannten
Schuldenberatungen in Österreich unterstützt. Damit konnten (bei
gleichbleibender BeraterInnenzahl) um 14% mehr überschuldete Personen
beraten werden als im Vorjahr, so die aktuellen Zahlen des von der
Schuldenberatungs-Dachorganisation asb veröffentlichten
Schuldenreports 2009.

Über 6.000 KlientInnen wurden bei der Eröffnung eines
Privatkonkurses von MitarbeiterInnen der Schuldenberatung
professionell betreut. Das sind 71% aller Privatkonkurseröffnungen an
österreichischen Gerichten und bedeutet gegenüber dem Vorjahr 1000
Privatkonkurse mehr, die Schuldenberatungen unterstützt haben.
Der größte Teil der SchuldenberatungsklientInnen ist erwerbstätig,
zwischen 30 und 40 Jahre alt, verfügt über geringes Einkommen von
1000 bis 1500 Euro monatlich und maximal einen Lehrabschluss oder
berufsbildende Fachschule. Der Anteil an arbeitslosen Personen ist
neunmal so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Schuldenprobleme
entstehen vor allem durch Arbeitslosigkeit bzw. Einkommensverlust,
gescheiterte Selbständigkeit oder fahrlässigen Umgang mit Geld.

Privatkonkursreform notwendig

"Einsatz und Nutzen von Schuldenberatungen im Kampf gegen
Schuldenprobleme sind evident", so Hans W. Grohs, Geschäftsführer der
Dachorganisation asb, "fehlende Maßnahmen von Seiten der Politik zur
Stärkung der Sanierung Privater Haushalte mindern jedoch die
Wirksamkeit unsere Anstrengungen."

Besonders dringend sei die Umsetzung der schon lange angekündigten
Reformen im Privatkonkurs. "Es ist unverständlich, warum mit den
Verbesserungen in der Unternehmensinsolvenz nicht auch der
Privatkonkurs verbessert wird", so Grohs. Nicht zuletzt werden damit
auch die Probleme vieler ehemaliger gescheiterter UnternehmerInnen
mit überdurchschnittlich hohen Schulden ignoriert.
Um den Privatkonkurs effektiver zu gestalten und noch mehr Menschen
eine Schuldenregulierung und den damit erwiesenermaßen verbundenen
Nutzen für Volkswirtschaft und Gläubiger zu erhöhen, sei vor allem
eine Verkürzung der Sanierungsdauer sowie ein Ausbau der
Billigkeitsgründe erforderlich.

Mit Blick auf die vom Finanzsektor ausgehende aktuelle
Wirtschaftskrise kritisiert Grohs auch die Vorgangsweise der Banken.
Statt einfache und transparente Basisprodukte anzubieten und
KundInnen uneigennützig zu informieren, wird weiterhin bei
Zahlungsproblemen die Verantwortung allein bei den VerbraucherInnen
gesucht.

"Gefragt sind in der ganzen EU gültige grenzübergreifende
Produktstandards", so Grohs, der letzte Woche auch an einem Hearing
der Europäischen Union zu diesem Thema teilnahm.

Um den Zugang zu Schuldenberatung auch für den als Folge der Krise
zu erwartenden weiter steigenden Bedarf sicherzustellen, sei nach wie
vor der Ausbau der Schuldenberatungen gefragt, der sich für die
öffentliche Hand auch rechne.

Download: Schuldenreport 2009 und Einzelgrafiken unter
www.schuldenberatung.at

Rückfragehinweis:
ASB Schuldnerberatungen GmbH
Dr. Hans W. Grohs, Tel. 0699/102 13 315; [email protected]
Dr.in Michaela Moser, Tel. 0676/544 26 46; [email protected]

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