- 20.08.2009, 14:37:33
- /
- OTS0173 OTW0173
Maier: Österreichs Trinkwasser ist top - dennoch Probleme mit Schadstoffen
Gesundheitsministerium braucht Kompetenzen im Wasserrecht
Wien (SK) - "Trinkwasser ist lebensnotwendig und das wichtigste
Nahrungsmittel. Das österreichische Trinkwasser ist im
internationalen Vergleich äußerst sicher und top", lobte
SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier am Donnerstag im Rahmen
einer Pressekonferenz zum Thema "Öffentliche Trinkwasserversorgung -
Sicheres Wasser für Alle" die gute Qualität der öffentlichen
Trinkwasserversorgung in Österreich. Dennoch gebe es, so Maier,
Probleme, insbesondere durch Schadstoffe im Grundwasser
(beispielsweise Pestizide), für das aber Landwirtschaftsminister
Berlakovich zuständig sei. "Es ist eine Kompetenzänderung notwendig.
Das Gesundheitsministerium muss gestärkt und in die Vollziehung des
Wasserrechts eingebunden werden, um eine einwandfreie Versorgung der
österreichischen Bevölkerung mit sicherem Trinkwasser zu
gewährleisten", fordert der SPÖ-Konsumentenschutzsprecher. ****
"Aktuelle Daten zur Wassergüte sind veraltet und stammen aus den
Jahren 2003/2004. Es ist nicht öffentlich bekannt, welche Pestizide
sich im österreichischen Grundwasser befinden", so Maier zur
Problematik der schlechten Informationspolitik durch das
Landwirtschaftsministerium. Aus einer parlamentarischen Anfrage ging
hervor, dass von 928 Proben (natürliches Mineralwasser, Quellwasser,
abgefülltes Trinkwasser, Tafelwasser, Sodawasser und Trinkwasser),
die im Jahr 2008 gezogen wurden, 162 beanstandet und 21 Proben als
gesundheitsschädlich beurteilt worden sind.
Von 686 Trinkwasserproben wurden 140 aus verschiedensten Gründen
beanstandet und 20 als gesundheitsschädlich beurteilt. "Im Jahr 2009
sind im Proben- und Revisionsplan 1065 Wasseruntersuchungen
vorgesehen", so Maier, der hinzufügte, dass die Erhöhung der Anzahl
der Proben nicht auf ein spezifisches Problem zurückzuführen sei,
sondern geplant sei, die amtlichen Trinkwasseruntersuchungen in einem
kontinuierlichen Prozess zu intensivieren.
"Die amtliche Kontrolle kann aber nicht allein durch eine Erhöhung
der Probenanzahl verbessert werden. Daher wurde das Projekt
'Mehrjähriger, risikobasierter Kontrollplan für die amtliche
Trinkwasserkontrolle' mit dem Ziel entwickelt, ein mehrjähriges
Gesamtkonzept aus Inspektion mit Schwerpunktsetzung ab dem Jahr 2010
zu erlassen. Dies entspricht den Vorgaben des Regierungsprogramms von
SPÖ und ÖVP", erklärte Maier.
Eine Untersuchung der Zeitschrift Konsument habe, so Maier,
festgestellt, dass 21 von 25 prickelnden Mineralwässern in
PET-Flaschen mit Acetaldehyd belastet waren. "Hier liegt der Ball bei
den Produzenten der PET-Flaschen, die ihre Produktion dahingehend
umzustellen haben, um Acetaldehyd in PET zu binden", forderte Maier
und rät KonsumentInnen, die "auf der sicheren Seite bleiben wollen",
lieber zu prickelndem Mineralwasser in Glasflaschen zurückzugreifen.
Obwohl die Problematik "Urangehalt im Trinkwasser" in Österreich
kein akutes Problem ist, setzt sich Österreich in der EU für einen
klaren Grenzwert von Uran im Trinkwasser und für einen eigenen, noch
niedrigeren, Grenzwert für Mineralwässer ein, die für die
Säuglingsnahrung empfohlen werden. Maier: "Die Europäische Kommission
diskutiert gerade zu diesem Thema. Das Gesundheitsministerium hat zur
Erhebung der natürlichen Radioaktivität im Trinkwasser Studien in
Auftrage gegeben. Erste Ergebnisse sind in der zweiten Jahreshälfte
2009 zu erwarten und ein Endbericht für Anfang 2010."
"Der Großteil unseres Trinkwassers in Österreich ist Grundwasser.
Wir brauchen hier einen nachhaltigen Schutz dieser wertvollen
Ressource. Wir brauchen aktuelle Untersuchungen und Daten. Und hier
ist Landwirtschaftsminister Berlakovich am Zug", so Maier, der
kritisierte, dass das Gesundheitsministerium keinerlei
Einflussmöglichkeiten auf das Grundwasser in Österreich habe. "Ich
halte es für absolut notwendig, dass ein neuer Bericht zur Qualität
des Grundwassers so schnell wie möglich vorgelegt wird", so der
Konsumentenschutzsprecher, der abschließend hinzufügte: "Es braucht
eine Kompetenzänderung, damit das Gesundheitsministerium im Falle von
Verunreinigungen rasch die notwendigen Schritte setzen kann."
(Schluss) sv
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SPK






