Kindergeld: 108 000 Alleinerziehende armutsgefährdet. Davon 49 000 manifest arm.
Alleinerziehende sind in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern überproportional von Armut betroffen.
Wien (OTS) - In armutsgefährdeten Ein-Eltern Haushalten leben 108
000 Personen (32%-Risiko). Davon sind 49 000 (14%-Risiko) manifest
arm. Dss ist ein dreifach erhöhtes Risiko zur Restbevölkerung", ruft
die Armutskonferenz angesichts der Verhandlungen um ein neues
Kindergeld die prekäre soziale Situation vieler Alleinerziehender in
Erinnerung.
"Alleinerziehende sind in Österreich im Vergleich zu anderen
Ländern wie den skandinavischen überproportional von Armut betroffen.
Und der Anteil von working poor ist besonders hoch.", fasst
Sozialexperte Martin Schenk die internationalen Studien zusammen.
"Zuschläge für einkommensschwache Familien und faire Bezugsdauer
für Alleinerziehende haben eine armutspräventive Wirkung", hält die
Armutskonferenz fest. "Immer wenn es um die ärmsten Prozent der
Bevölkerung geht, ist kein Geld da oder droht der Staatsbankrott.
Dieses Muster ist bei der Verschlechterung der Mindestsicherung
genauso wie jetzt beim Kindergeld beobachtbar. Offensichtlich ist für
alles im Finanzministerium Geld da, nur nicht für die Absicherung
gegen Armut.", so die Armutskonferenz, "während es für den Finanz-
und Bankensektor Milliarden Steuergelder ohne international
vergleichbar strenge Auflagen gab, vermögensbezogene Steuern
tabuisiert und mit Steuergeld höchst unvorsichtige Investments in
Steueroasen getätigt werden."
Andere Länder: Alleinerziehende geringeres Armutsrisiko als
kinderlose Singles
"Das hohe Armutsrisikso von Alleinerziehenden in Österreich ist
kein Naturgesetz", so Schenk. "In den nordischen Ländern ist die
Situation anders: Dort haben Alleinerziehende ein geringeres
Armutsrisiko als kinderlose Singles." Laut der Studie "Mehr
Ungleichheit trotz Wachstum?" der OECD , stellt in Österreich vor
allem der Status "Ein-Eltern Haushalt" ein Armutsrisiko dar. Denn
nimmt man alle Haushalte, in denen Kinder leben, liegt Österreich in
Bezug auf die Armutsquote mit sechs Prozent am fünften Platz hinter
Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Nimmt man nur die
Haushalte Alleinerziehender mit Kindern, fällt Österreich auf den
achten Platz zurück. "Das ist einerseits das Resultat gezielter
Transfers und andererseits die Folge eines umfassenden
Betreuungsangebots, das auch Alleinerziehende in die Lage versetzt,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen", zitiert die Armutskonferenz die
Ergegbnisse der OECD.
Arbeit schützt vor Armut nicht
In allen Haushaltsformen bis auf Alleinerzieherinnen kann das
Armutsrisiko durch eine Erwerbstätigkeit der Frauen unter den
Bevölkerungsdurchschnitt (12 Prozent) gebracht werden. Das lässt auf
hohen Anteil von Alleinerzieherinnen an working poor schließen. Lt.
EU SILC sind rund 228.000 erwerbstätige Personen im Erwerbsalter
armutsgefährdet. Insgesamt leben 545.000 Menschen in Haushalten mit
Working Poor.
Die Statistik Austria (2009) spricht von "manifester Armut" wenn
neben einem geringen Einkommen bedrückende Lebensbedingungen
auftreten: Die Betroffenen können sich abgetragene Kleidung nicht
ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten, keine
unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten
Gesundheitszustand auf, sind chronisch krank, leben in feuchten,
schimmligen Wohnungen.
http://www.armutskonferenz.at/armut_in_oesterreich_armut_ist.htm
OECD-Links:
http://statlinks.oecdcode.org/812008051P1T017.XLS
http://www.oecd.org/document/53/0,3343,en_2649_33933_41460917_1_1_1_3
7419,00.html
Die Armutskonferenz.
Unsere Mitgliedsorganisationen betreuen und unterstützen 500 000
Hilfesuchende im Jahr.
www.armut.at
Rückfragehinweis:
Martin Schenk (Diakonie Sozialexperte)
Tel.: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54
Koordinationsbüro: 01/ 402 64 99
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OTS0052 2009-08-11/10:01
111001 Aug 09














