• 02.07.2009, 11:02:46
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"Kinderrechte brauchen mehr Gewicht"

Zum 20jährigen Jubiläum fordern die Kinder- & Jugendanwaltschaften Österreichs mehr Einsatz für die Umsetzung der Kinderrechte & den Schutz der Kinder

Wien (OTS) - Am Dienstag den 30. Juni luden die Kinder- und
Jugendanwaltschaften Österreichs (KIJAs) und Nationalratpräsidentin
Barbara Prammer zur Enquete "20 Jahre UN-Konvention über die Rechte
des Kindes" ins Palais Epstein ein. Moderator Christoph Feurstein
führte die 130 Gäste aus Politik und Expertenkreisen durch eine
spannende Veranstaltung mit zahlreichen prominenten Redebeiträgen
rund um die Frage "KINDERleicht - RECHTschwer?".

SPÖ-Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier eröffnete die
Festveranstaltung und nahm den runden Geburtstag zum Anlass, auf die
Bedeutsamkeit des Schutzes der Kinder vor jeder Form der
Diskriminierung hinzuweisen. Familienstaatssekretärin Christine Marek
knüpfte daran an und betonte mit Hartnäckigkeit noch in dieser
Legislaturperiode die Verankerung der Kinderrechte in der
Bundesverfassung realisieren zu wollen: "Je mehr Stimmen es für die
Verankerung gibt, umso realistischer wird es. Es kann nicht sein,
dass Umweltschutz Staatszielbestimmung ist, die Kinderrechte aber
nicht in der Verfassung sind."
Engagieren will sich Marek, trotz Widerstand aus den Bundesländern,
auch für ein umfassendes neues Bundes- Kinder- und Jugendhilfegesetz,
das den Kinderrechten in Österreich zu mehr Gewicht verhelfen soll.

Die KIJAs Österreich drängen zur Umsetzung dieses und anderer
legislativer Schritte, sind es doch u. a. die gesetzlich nur
unzureichend gesicherte Unabhängigkeit und der fehlende Monitoring
Auftrag, die zur - für Österreich beschämenden - Aberkennung der
Vollmitgliedschaft Österreichs in der ENOC (European Network of
Ombudspersons for Children) führte. Durch das neue Bundes-Kinder- und
Jugendhilfegesetz, oder noch besser ein eigenes Kinder- und
Jugendanwaltschaftsgesetz, soll diese mangelhafte Situation rasch
behoben werden.
Georgios Moschos, Kinder- und Jugendanwalt Griechenlands und
Vorstandsmitglied der ENOC bekräftigt in seinem Redebeitrag die
Forderung der KIJAs Österreich: "Die Errichtung unabhängiger, leicht
zugänglicher und vertrauenswürdiger Kinderrechte-Institutionen sind
keine Frage des guten Willens, sondern Verpflichtungen, die die
Staaten durch die Ratifizierung der UN-Konvention eingegangen sind."

Dass die Kinderrechte in Österreich, anders als vielerorts
angenommen, auf wackligen Beinen stehen, weiß auch Udo Jesionek,
langjähriger Präsident des Jugendgerichtshofes und Präsident der
Opferschutzeinrichtung Weißer Ring. Er plädiert für eine gesetzlich
als auch personell und finanziell gut abgesicherte Kinder- und
Jugendanwaltschaft: "Wer Kindern Schutz, Hilfe und Orientierung,
geben soll, muss selbst über eine stabile Basis und ausreichend
Ressourcen verfügen, nur so kann Vertrauen, Stabilität und Sicherheit
vermittelt werden."

Dass die Arbeit ohne stabile Basis schwer fällt, weiß auch die
Salzburger Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt zu
berichten, die die KIJAS heute vor der Herausforderung stehen sieht,
den zahlreichen benachteiligten Kindern in Österreich zur
Chancengerechtigkeit zu verhelfen: "Im viertreichsten Land der EU
wächst heute jedes dritte Kind unter erschwerenden Bedingungen wie
Armut, Gesundheitsproblemen, schwierigen Familienverhältnissen,
Migration uvm. auf. Es ist unser Ziel, ihnen dennoch dieselben
Möglichkeiten wie allen anderen unter 18-jährigen zu eröffnen."
Notwendig dafür ist zunächst, auf die Bedürfnisse der Kinder und
Jugendlichen zu achten. "Nur wenn wir die Bedürfnisse der Kinder und
Jugendlichen wahrnehmen und erkennen, können wir ihre Rechte auch
einfordern und umsetzen und dann sagen Kinderrecht - ganz leicht!"

Rückfragehinweis:
Kinder-und Jugendanwaltschaften Österreichs

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Frau DSA Monika Pinterits
Tel: (++43-1) 70 77 000

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