• 20.06.2009, 15:12:32
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  • OTS0037 OTW0037

Zum Thema "Onkologiebericht des Österreichischen Wissenschaftsrats" reagiert die Medizinische Universität Wien

Zu der Aussage von Horst Kern, eines Mitglieds des Wissenschaftsrats, im Standard vom 20.6.2009: "Med-Uni gab selbst Mängel zu"

Wien (OTS) - Es ist zu bedauern, dass Herr Kern, den ich
persönlich sehr schätze, sich für derartige Halbwahrheiten hergibt.
So habe er noch nie erlebt, "dass man die Gutachter menschlich und
wissenschaftlich diskreditiert". Herr Professor Kern, die MUW hat
damit nicht begonnen! Denn auch mir ist es in meiner fast
dreißigjährigen wissenschaftlichen Tätigkeit (wo ich daran gewohnt
und geschult wurde, begutachtet zu werden) noch nie passiert, dass
(i) Gutachter Begutachtete dermaßen diskreditieren und falsche
Behauptungen en masse aufstellen, wie es im Bericht (ganz zu
schweigen im Erstbericht) des Wissenschaftsrats der Fall ist, (ii)
dass man den Begutachteten dann keine rechtzeitige Möglichkeit einer
Stellungnahme einräumt, und (iii) wenn es die Stellungnahme
schließlich gibt, man glaubt, sie unter Verschluss halten zu müssen.

Zur Aussage Herr Kerns, die Med-Uni habe selbst Mängel zugegeben:
(i) er wird uns doch nicht die Vermessenheit zutrauen, wir schätzten
uns als fehlerlos ein, und (ii) es ist höchst untergriffig, aus einer
dem Wissenschaftsrat übergebenen Selbstanalyse zu unseren Stärken und
Schwächen (wie sie alle Unternehmen zur eigenen Standortbestimmung
laufend vornehmen und die sie in der Regel gar nicht aus der Hand
geben!), uns dort angegebene Schwächen als Mangelzustand vorzuwerfen.

Schließlich tätigte Herr Kern den Vorwurf, wir hätten eine
Stellungnahme erst Anfang Mai eingesandt. Richtig ist, dass wir die
Stellungnahme zum Bericht am 29. Jänner d.J.(!) eingesandt haben. Im
Gegensatz zu den beiden anderen Medizinischen Universitäten wurde
diese Stellungnahme allerdings nicht abgedruckt. Auf der Homepage des
Wissenschaftsrats scheint vielmehr eine Selbstdarstellung der
Medizinischen Universität Wien auf, die dort völlig irreführend als
Stellungnahme bezeichnet wird und die der Wissenschaftsrat aus
Gründen, die uns erst seit Veröffentlichung dieses Berichts klar
sind, im April d.J. von uns verlangt hat - nämlich zu glauben, unsere
eigentliche Stellungnahme dann nicht mit veröffentlichen zu müssen.

Emotionalen Reaktionen der MedUniWien hätte der Wissenschaftsrat"
sofort ad acta gelegt": Emotionen sind ein Bestandteil des
menschlichen Zusammenlebens, und wie soll sich die Medizinische
Universität Wien anders wehren, wenn der Wissenschaftsrat ohne
Rücksprache falsche Behauptungen aufstellt und auf diesen beharrt?

Wolfgang Schütz
Rektor der Medizinischen Universität Wien

Rückfragehinweis:
Mag.a Nina Hoppe
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
MedUni Wien
mobil: +43 664 800 16 11501

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