- 30.03.2009, 15:14:53
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Gewerkschaften fordern Arbeitsstiftung für ZeitarbeitnehmerInnen
Unternehmen verweigern ausreichenden Finanzierungsbeitrag - Unterschriften-Kampagne gestartet
Wien (GMTN/GPA-djp/vida/GBH/GdC/ÖGB) - "Die Arbeitsstiftung für
ZeitarbeitnehmerInnen ist dringend notwendig und muss sofort
eingerichtet werden. Es ist unerträglich, dass sich die
Arbeitgeberseite aus der Verantwortung stehlen will und die
Finanzierung weiter verzögert", erklärt Rainer Wimmer, gf.
Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), den
Start der Unterschriften-Kampagne von fünf Gewerkschaften für eine
ZeitarbeitnehmerInnen-Arbeitsstiftung. ++++
Es herrscht dringender Handlungsbedarf, denn die Beschäftigen in
der Zeitarbeitsbranche sind im hohen Maße von der steigenden
Arbeitslosigkeit betroffen: Im März 2009 waren bereits über 30.000
ZeitarbeitnehmerInnen beschäftigungslos, das bedeutet einen Anstieg
von rund 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Pro Monat werden im
Schnitt etwa 8.000 ZeitarbeitnehmerInnen abgebaut. Vor allem jene mit
niedriger Qualifikation sind die ersten, die ihre Arbeit verlieren.
Und gerade diese Gruppe hat zurzeit am Arbeitsmarkt keine Chancen.
"Nur eine gezielte Ausbildungsoffensive mit einer Arbeitsstiftung
kann aus dieser Sackgasse herausführen", betont der Vorsitzende der
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
(GPA-djp), Wolfgang Katzian.
Eine Arbeitsstiftung würde aber nicht nur den Betroffenen bessere
Zukunftsperspektiven am Arbeitsmarkt geben, sondern es würde auch den
von der Wirtschaft oft bejammerten FacharbeiterInnenmangel
bekämpfen. "Umso unverständlicher ist daher die Weigerung der
Arbeitgeberseite zur Mitfinanzierung", kritisiert Alfred Artmäuer,
gf. Vorsitzender der Gewerkschaft der Chemiearbeiter (GdC).
Arbeitsmarktservice, Bund und Länder wären zu konstruktiven
Verhandlungen bereit, nur die ArbeitgeberInnen, vertreten durch die
Wirtschaftskammer Österreich, verweigern den dafür ausreichenden
Finanzierungs-Anteil.
"Die betroffenen ArbeitnehmerInnen werden von den
Zeitarbeitsfirmen im Regen stehen gelassen und in die
Arbeitslosigkeit abgeschoben, obwohl das Geld für Maßnahmen vorhanden
ist", sagt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske. In der Praxis enden etwa
80 Prozent der Arbeitsverhältnisse einvernehmlich. Die
Überlasserfirmen ersparen sich dadurch die Auszahlung von mindestens
drei Wochen Lohn (Schutz- und Kündigungsfrist) und die Anteile von
Weihnachts- und Urlaubsgeld. Berechnet auf der Basis des niedrigsten
Lohnes des Kollektivvertrages für das Gewerbe der
Arbeitskräfteüberlassung ergibt das eine berechnete Ersparnis von
mindestens fünf Millionen Euro. "Die Finanzierung einer
Arbeitsstiftung bedeutet faire Weiterbildungschancen für die
Betroffenen und Vorteile für die Wirtschaft. Die Arbeitgeber müssen
aber endlich ihren Beitrag dazu leisten", sagt der Bundesvorsitzende
der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), Johann Holper.
Die Kampagne "Arbeitsstiftung für ZeitarbeitnehmerInnen" wird von
den fünf Gewerkschaften - Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN);
Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier
(GPA-djp); Gewerkschaft vida; Gewerkschaft Bau-Holz (GBH);
Gewerkschaft der Chemiearbeiter (GdC) - getragen.
Service: Mit dem Eintrag in die Unterschriftenlisten kann die
Forderung der Gewerkschaften nach einer "Arbeitsstiftung für
ZeitarbeitnehmerInnen" unterstützt werden. Eine
Online-Unterschriftenliste, Informationen zur Zeitarbeitsbranche und
zur Kampagne sind unter www.gmtn.at/zeitarbeit abrufbar.
ÖGB, 30. Februar 2009 Nr. 179
Rückfragehinweis:
Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung
Mathias Beer
Tel: ++43-1-50146/242
Fax: ++43-1-53444-103242
Mail: [email protected]
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