• 16.01.2009, 09:37:01
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Grüne Wirtschaft: Vogel-Strauß-Politik in der Bundesinnung gefährdet den Berufsstand der MasseurInnen

Hunderte Gewerbetreibende fordern die Vereinheitlichung der Berufsgruppen "Gewerbliche MasseurIn" und "HeilmasseurIn" sowie neue Ausbildungsrichtlinien.

Wien (OTS) - Die Regelungswut innerhalb der Wirtschaftskammer
treibt oft seltsame Blüten. Doch bei der Fachgruppe MasseurInnen
haben sich die Kämmerer selbst übertroffen.

2003 wurde mit ÖVP-Wirtschaftsbund-Mehrheit ein neues
Heilmasseurgesetz geschaffen. Damit können HeilmasseurInnen per
Definition nur "kranke" Menschen und diese nur mit Zuweisung eines
Arztes behandeln. Gewerbliche MasseurInnen hingegen dürfen nur mehr
bei gesunden Menschen ihre jahrelang geschulten Hände anlegen.

"Diese vollkommene Abhängigkeit der HeilmasseurInnen von Ärzten und
die gesetzlichen Beschränkungen der gewerblichen MasseurInnen auf
"Gesunde" haben in den vergangenen Jahren viele Gewerbetreibende in
ihrer Berufsausübung massiv beeinträchtigt", sagt Theresia Hedwig
Maier, Innungsmeister-Stellvertreterin der Tiroler MasseurInnen und
Mandatarin der Grünen Wirtschaft Tirol. "Dieses verunglückte Gesetz
muss nun endlich repariert werden."

Unsinnige weitere Details des Gesetzes erschweren den MasseurInnen
zusätzlich das Erwerbsleben. So dürfen HeilmasseurInnen keine
Angestellten beschäftigen und keine Lehrlinge ausbilden, da die
verordneten Massagen persönlich erbracht werden müssen. Dies führte
bei Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 2003 dazu, dass österreichweit
hunderte angestellte MasseurInnen gekündigt werden mussten.

Möchte man sich als gewerbliche MasseurIn zur HeilmasseurIn ausbilden
lassen, sind die dafür erforderlichen Kurse extrem kostenaufwändig.
"Schon allein aus finanziellen Überlegungen, aber auch aus zeitlichen
Gründen ist für viele gewerbliche MasseurInnen die Absolvierung der
Kurse nicht möglich", meint Maier.

Die dramatischen Folgen des Gesetzes: Immer mehr MasseurInnen geben
ihr Gewerbe auf, als Konsequenz sind bereits zahlreiche Arbeitsplätze
verlorengegangen. "Auch ist mit den Richtlinien der Lehrberuf völlig
unattraktiv geworden", sagt Theresia Hedwig Maier. "Und Lehrlinge
werden ohnehin kaum mehr ausgebildet."

Auf Initiative von Maier und der Grünen Wirtschaft fordern nun
hunderte MasseurInnen, unabhängig ihrer politischen
Fraktionszugehörigkeit, in ganz Österreich mit ihren Unterschriften
die rasche Änderung des derzeitigen Gesetzes.

Ungeachtet der Bedürfnisse der Mitglieder verhindern jedoch die
ÖVP-Wirtschaftsbund-Innungsmeister, allen voran Bundesinnungsmeister
Herman Talowski, weiter die längst notwendigen Reformen.

In der Bundeswirtschaftskammer wurden die Vorschläge zur
Vereinheitlichung der Berufsbilder und zur Reparatur des Gesetzes
auch von Christoph Leitl positiv bewertet. "Getan hat sich trotzdem
noch nichts - da sich der Wirtschaftkammerpräsident offensichtlich
mit niemanden anlegen will, hat er den Ball an Gesundheitsministerium
und Bundesinnung abgespielt", sagt Maier. "Doch hunderte
Unterstützungserklärungen für diese Gesetzesreform können auch
Ministerium sowie Bundesinnungsmeister Talowski nicht länger
ignorieren".

Rückfragehinweis:

Theresia Hedwig Maier
   Innungsmeister-Stellvertreterin des Landesinnung MasseurInnen, Tirol
   Mandatarin der Grünen Wirtschaft Tirol
   Telefon: 0664 / 280 6337
   [email protected]
   
   Angelika Hörmann
   Landessprecherin der Grünen Wirtschaft, Tirol
   Telefon: 0664 / 831 75 08
   [email protected]
   Pressestelle der Grünen Wirtschaft
   
   Inge Hausbichler
   Telefon: 0650 / 86 86 800
   [email protected]

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