• 09.10.2008, 13:13:54
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"Den Medizin-Unis rennt der Nachwuchs nicht davon!"

MedUni Wien Rektor Wolfgang Schütz reagiert auf Medienmeldungen

Wien (OTS) - In der heutigen Ausgabe der Tageszeitung "Der
Standard" wird die Meinung von Betriebsräten unreflektiert
wiedergegeben, dass den Medizinischen Universitäten der Nachwuchs
verloren ginge. Tatsache ist vielmehr, dass das Bewerbungsfeld -
zumindest an der Medizinischen Universität Wien - unvermindert hoch
ist, wenn Ausbildungsstellen für Ärztinnen und Ärzte ausgeschrieben
werden, ist. Es trifft nur für Facharztstellen zu, dass bisweilen
ganz wenige geeignete Bewerbungen zur Auswahl stehen. Das war aber
immer der Fall, und außerdem werden Facharztpositionen an
Medizinischen Universitäten nur selten ausgeschrieben. Denn
Fachärztinnen und Fachärzte "am freien Markt", die dann im Schnitt
schon deutlich über 35 Jahre, oft über 40 Jahre alt sind und dann
auch eine für eine Universitätsstelle erforderliche wissenschaftliche
Qualifikation aufweisen müssen, gibt es eben nur wenige. Hinzu kommt,
dass man bei neu aufgenommenen Fachärzten keinesfalls mehr von
"wissenschaftlichem Nachwuchs" sprechen kann. Aus diesem Grund sind
die Medizinischen Universitäten auch interessiert, ihre Fachärzte aus
dem eigenen Nachwuchs zu rekrutieren, d.h. nach abgeschlossener
Ausbildung werden bei gegebener wissenschaftlicher Qualifikation die
Mitarbeiter auf eine Facharztstelle übernommen.

Ebenso handelt es sich bloß um Einzelfälle (und ohne, dass hier in
den letzten Jahren ein An-stieg zu beobachten wäre), wenn
wissenschaftlich versierte Mediziner die Medizinischen Universitäten
verlassen. Bestünde ein Mangel an wissenschaftlichem Nachwuchs in dem
Ausmaß, wie man ihn aufgrund der Schilderung der Betriebsräte
annehmen muss, wäre der an der Medizinischen Universität Wien in
letzten vier Jahren deutlich gestiegene Forschungs-Output, verbunden
mit einem Anstieg an akquirierten Drittmitteln für die Forschung um
50%, gar nicht möglich gewesen. Der Leistungsbericht der MUW für das
Jahr 2007, der im Frühjahr auch medial präsentiert wurde, gibt dazu
eindrucksvoll Auskunft.

Dessen ungeachtet werden die Forderungen der Betriebsräte, dass
den Universitäten der Abschluss des ausverhandelten Kollektivvertrags
(KV) finanziert wird, voll unterstützt; immerhin würden das Gehalt
der in Ausbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten dann um ca. 20%
höher liegen. Die Betriebsräte wissen aber selbst genau, dass ein
Entschließungsantrag des Nationalrats zur vollen Finanzierung des KV
- so positiv diese Initiative auch einzuschätzen ist - ohne eine
diesbezügliche Zusage eines Finanzministers nicht ausreicht.

Rückfragehinweis:

Mag.a phil. Nina Hoppe
   Leiterin Abteilung
   Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising
   Medizinische Universität Wien
   Spitalgasse 23, 1090 Wien
   Tel.: +43 1 40 160 - 11 502
   Fax:  +43 1 40 160 911 500
   mobil: +43 664 800 16 11 501
   email:[email protected]
   www.meduniwien.ac.at/publicrelations

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