- 11.08.2008, 12:00:19
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Schuldenprobleme: Umfassende Maßnahmen sind nötig
Schuldenberatungen präsentieren Schuldenreport 2008
Wien (OTS) - Umfassende Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung
privater Überschuldung in Österreich fordert die Dachorganisation der
staatlich anerkannten Schuldenberatungen asb anlässlich der
Veröffentlichung des Schuldenreports 2008.
Sicherung der Beratung, verbesserter Zugang zum Privatkonkurs,
Änderung der Exekutionsordnung, Recht auf ein Girokonto, verstärkte
Investition in Prävention und verantwortliche Kreditvergabe sind
zentrale Lösungsansätze.
Mehr als 41.000 Personen wurden im Vorjahr bei der Bewältigung
ihrer Schuldenprobleme von einer staatlich anerkannten
Schuldenberatung unterstützt, gut 5.000 der über 7.000 Personen, die
2007 Privatkonkurs eröffnen mussten, wurden dabei von einer
Schuldenberatung betreut.
Von einem Mehrfachen an Menschen mit Schuldenproblemen in Österreich
muss jedoch ausgegangen werden.
"Wer sich an eine Schuldenberatung wendet", so Dr. Hans W. Grohs,
Geschäftsführer der Dachorganisation der staatlich anerkannten
Schuldenberatungen asb, "hat das Problem - wenn auch oft reichlich
spät - erkannt und den Weg zur Schuldenregulierung eingeschlagen.
Betroffen sind jedoch weit mehr Personen." Zwar fehlen genaue
österreichweite Studien und Zahlen zur Überschuldungsproblematik,
"aufgrund unserer Erfahrungswerte und europäischer Vergleiche gehen
wir jedoch von rund 300.000 überschuldungsgefährdeten Haushalten
aus".
Um Schuldenprobleme zukünftig wirksamer zu vermeiden und zu
bekämpfen, sei ein umfassendes Maßnahmenpaket notwendig. Neben dem
verbesserten Zugang zum Privatkonkurs, insbesondere für Personen mit
geringem Einkommen, seien eine Änderung der Exekutionsordnung, das
Recht auf ein Girokonto auf Habenbasis, sowie die Sicherung der
Beratungsleistung durch Schuldenberatungen und verstärkte Investition
in Präventions- und Informationsprojekte, aber auch die
verantwortlichere Kreditvergabe von Banken notwendig.
"Schuldenprobleme sind soziale Probleme, für die es umfassende
Lösungen braucht", so Grohs. Ein Großteil der KlientInnen der
Schuldenberatungen verfüge über vergleichsweise geringe Schulbildung
(40,2% Pflichtschulabschluss, 51,7% Berufsschule und berufsbildende
Schulen, 8,1 % Maturaniveau und darüber), über die Hälfte des
Klientels muss mit weniger als 1.000 Euro im Monat auskommen, ein
gutes Viertel lebt unter dem Existenzminimum, ein Drittel ist von
Arbeitslosigkeit betroffen.
Angesichts steigender Ausgaben sei mit einer weiteren Zunahme von
Schuldenproblemen zu rechen, Handlungsbedarf sei deshalb dringend
geboten. "Die genannten Lösungsansätze werden seit Jahren
diskutiert", eine konstruktive Bündelung aller relevanten politischen
Kräfte sei im Sinne der Problemlösung gefordert.
Download auf www.schuldenberatung.at
- Schuldenreport 2008
- Zentrale Lösungsansätze zur Vermeidung und Bekämpfung von Ver-
und Überschuldung
Rückfragehinweis:
Hans W. Grohs, Tel.: 0732-65 65 99, Mobil: 0699/10213315
mailto:[email protected]
Michaela Moser (PR-Büro), Tel.: 01-961 02 13-40
mailto:[email protected]
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