- 04.07.2008, 13:38:03
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- OTS0185 OTW0185
Geplante Gesundheitsreform behindert Hausärzte
Wien (OTS) - Entgegen den kolportierten Äußerungen zu Kompromissen
in der geplanten Gesundheitsreform wurde an der von der Ärzteschaft
so heftig kritisierten Gesetzesvorlage überhaupt nichts geändert! In
keinem einzigen der Punkte ist eine konsensuale Änderungsbereitschaft
erkennbar.
Ich erinnere nochmals an die einzelnen Punkte:
1. Krankassen-Einzelverträge ohne Einbindung der Ärztekammer als unsere Vertretung und damit vertragliche Auslieferung der betroffenen Kollegen 2. 5-Jahresverträge , die sich am Wohlverhalten der Ärzte orientieren und eine Investitionsplanung unmöglich machen 3. Knock-out Qualitätskontrolle, um mit noch unbekannten Evaluierungskriterien die Ärzteschaft zu sekkieren 4. Aut Idem Regelung, mit der nur mehr die billigsten Nachbau- Medikamente verordnet werden dürfen 5. Quittung für Honorare, deren Höhe zum Zeitpunkt der Ausstellung unbekannt ist und die erst bis zu 6 Monaten später voll ausbezahlt werden. 6. ELGA = elektronische Krankengeschichte, welche die Vertraulichkeit der Arzt/Patientenbeziehung durchbricht.
Da durch die geplanten Änderungen ein sinnvolles hausärztliches
Arbeiten richtiggehend behindert wird, weil der Arzt nicht mehr die
Freiheit hat, seine Entscheidungen an den Bedürfnissen der Patienten,
am Stand der medizinischen Wissenschaft und an seiner Erfahrung
auszurichten, sind die genannten Punkte in Toto abzulehnen!
Es ist evident, dass die niedergelassene Ärzteschaft entgegen den
stereotypen Beteuerungen, die Hausärzte aufwerten zu wollen, zugrunde
gerichtet werden soll:
Die Hausärzte sollen ihrer medizinischen Kompetenz durch
wesensfremde Richtlinien beraubt werden.
Ein verschultes Studium an dessen Ende die Sofort-Approbation
unerfahrener Mediziner steht, schafft eine Klasse von Kollegen mit
beschränkter Eigenberechtigung und dementsprechender Abhängigkeit für
den Einsatz in ambulanten Versorgungszentren.
Ausgesprochen schlechte Bezahlung führt zur finanziellen
Aushungerung und Veraltung der Ordinationen.
Unter diesen Umständen ist die Erfüllung der hausärztlichen
Aufgaben nicht mehr möglich.
Der Sinn von Arbeit in einem solchen System der humanistischen
Verarmung, ja geradezu Verachtung, geht immer mehr verloren, sodass
viele Hausärzte zunehmend dem Abbruch der Mitwirkung in diesem System
zuneigen.
Ich meine, dass sich die Hausärzte auf ein Arbeiten ohne Vertrag
vorbereiten sollten, wenn es zu keiner befriedigenden Lösung kommt.
Rückfragehinweis:
MR.Dr.Wolfgang WERNER Präsident des ÖHV Wien Weitmosergasse 3, 1100 Wien Tel.: 01 617 22 68 Fax: 01 617 22 684 mailto:[email protected] RHIZOM PR Otto Havelka Schlossparksiedlung 37 2433 Margarethen am Moos Tel.: 02230/2791 Fax: 02230/2791-27 Mobil: 0664/103 54 21 mailto:[email protected]
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