Wien (OTS) - Als Ratspräsidentschaft der vergebenen Chancen bezeichnete der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer den slowenischen EU-Vorsitz. "Auch wenn der slowenische Ministerpräsident und EU-Ratspräsident Janez Jansa heute vor dem Europaparlament die vermeintlichen Leistungen Laibachs gepriesen hat, so haben die Slowenen die falschen Schwerpunkte gesetzt", so Mölzer weiter.
Insgesamt habe Laibach nicht die Interessen der Bürger und der Völker Europas, sondern jene der Brüsseler Polit-Nomenklatura vertreten, meinte der freiheitliche EU-Mandatar. "Nach der Ablehnung des Lissabon-Vertrags durch die Iren war Laibach nicht bereit, den Willen der Bürger zu respektieren und dieses Vertragsmachwerk für tot zu erklären. Dabei müssten doch gerade die Slowenen, die erst 1991 ihre Unabhängigkeit vom damaligen Jugoslawien erlangt haben, wissen, was es bedeutet, in einem zentralistischen Staat zu leben", betonte Mölzer.
Weiters habe sich Slowenien auch in der Frage des Türkei-Beitritts als treuer Diener Brüssels erwiesen. "Obwohl die Türkei fast täglich neue Beweise für ihre nicht vorhandene Europareife liefert - sei es die anhaltende Staatskrise, seien es die Menschenrechtsverletzungen oder die Diskriminierung der Minderheiten - wurden die Beitrittsverhandlungen mit Ankara nicht abgebrochen", kritisierte Mölzer.
Und schließlich habe Slowenien als Vorsitzland der EU in der Frage der Unabhängigkeit des Kosovo vollkommen versagt. "Brav und pflichtbewusst wie ein Musterschüler hat Laibach die Direktiven aus Washington umgesetzt und dadurch den europäischen Interessen zuwidergehandelt, weil eine mutwillige Verschlechterung der Beziehungen zu Serbien und zu Russland in Kauf genommen wurden", schloss der freiheitliche Europaparlamentarier.
Rückfragehinweis: Freiheitlicher Parlamentsklub
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OTS0081 2008-06-24/10:14
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