- 27.05.2008, 11:00:12
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Kapazitäten der Ärzte und der Universitätsklinik überschritten
Wien (OTS) - Rektor der MUW warnt vor Auswirkungen des
Krankenkassensanierungsgesetzes auf die Kapazitäten der Spitäler,
inbesondere des AKH: "Wir überschreiten jetzt schon die Grenzen der
Belastbarkeit"
Negative Auswirkungen auf die ohnehin schon hohe Belastung der zur
Mitwirkung in der Krankenbehandlung dem AKH zugeteilten Ärztinnen und
Ärzte der MUW, insbesondere im ambulanten Bereich, befürchtet der
Rektor der Medizinischen Universität, Wolfgang Schütz. "Der Zustrom
in die Krankenhäuser wird noch stärker werden, wenn die
niedergelassenen Ärzte - um aus Kostengründen Leistungen im
niedergelassenen Bereich einzuschränken - ihre Patienten im
zunehmenden Ausmaß in die Krankenhäuser überweisen werden. Die
Universitätsklinik ist in ihren Kapazitäten schon längst ausgereizt,
die Einhaltung des Ärzte-Arbeitszeitgesetzes stößt schon jetzt auf
Schwierigkeiten."
Der Rektor weiß sich mit den bei der Medizinischen Universität
Wien angestellten Ärztinnen und Ärzten einig, "dass eine weitere
Ausreizung der Situation nicht tolerierbar ist. Noch dazu, da wir als
universitäre Einrichtung nicht primär die Aufgabe haben, ambulante
Routineleistungen in steigender Zahl zu erbringen. Mit unserem
Bundesbudget für Lehre und Forschung wird dieser personelle
Mehraufwand jedenfalls nicht finanziert werden können."
Offensichtlich, so Schütz, sei es den verantwortlichen Ministerien
nicht bewusst, wie widersprüchlich deren Verordnungen und Gesetze
sind. "Man kann nicht auf der einen Seite auf die strikte Einhaltung
der Arbeitszeiten der Ärzte pochen und verschärfte Strafen androhen
und anderseits Regierungsvorlagen vorbereiten, die zwangsläufig zu
einer Mehrbelastung der Spitäler führen.
"Die Wiener Universitätsklinik betreut heute schon einen Großteil
der akuten, ambulanten Fälle in Wien", so Rektor Schütz. "Wenn eine
Reform des Gesundheitssystems durchgeführt werden soll, dann
nachhaltig und nicht bloß als Rettungsaktion für die finanziell
angeschlagenen Krankenkassen. Wir benötigen vielmehr eine umfassende
Strukturänderung, die auch das Spitalswesen miteinbezieht und - vor
allem - nicht auf dem Rücken der Medizinischen Universitäten
ausgetragen wird."
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