• 14.05.2008, 11:24:01
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Prets: Rote Karte für Zwangsprostitution

Forderung nach Aufenthaltbewilligung für Opfer auch ohne verpflichtende Prozessaussage

Wien (SK) - "Frauenhandel ist ein europaweit stattfindendes
Verbrechen und eine besonders grausame Form der modernen Sklaverei.
Zusätzlich ist es auch ein lukratives Geschäft für skrupellose
Geschäftemacher." Das sagte am Mittwoch im Rahmen eines
Pressegesprächs in Brüssel die SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets.
"Es ist bekannt, dass Großereignisse einen Anstieg der Zahl von
Zwangsprostituierten mit sich bringen können. Daher ist es notwendig,
bereits im Vorfeld dieser Veranstaltungen die Sensibilisierung zu
erhöhen", sprach Prets konkret die kommende
Fußballeuropameisterschaft in Österreich und der Schweiz an. ****

Laut internationaler Arbeitsorganisation (ILO) werden jährlich rund
2,4 Millionen Menschen Opfer von Menschenhändlern, 80 Prozent davon
sind weiblich. Ein Großteil der Frauen wird zum Zweck der sexuellen
Ausbeutung gehandelt. Der Gewinn aus dem Menschenhandel wird auf bis
zu 44 Milliarden US-Dollar geschätzt. "Die Zahlen machen deutlich,
wie brisant das Thema ist", so Prets, "gerade auch in Ländern wie
Österreich und der Schweiz, die von der UNO als wichtige Zielländer
für Menschenhandel eingestuft werden."

Prets fordert eine Reihe von Maßnahmen, um gegen den Menschenhandel
vorzugehen. "Eine entscheidende Forderung ist eine
Aufenthaltgenehmigung für Opfer von Menschenhändlern - unabhängig von
ihrer Bereitschaft, in einem Prozess auszusagen oder mit den Behörden
zu kooperieren. Dies setzt die Opfer weiter unter Druck und
verschlimmert die Situation statt eine Verbesserung herbeizuführen",
so die SPÖ-Europaabgeordnete. Bereits im Jahr 2005 wurde vom Rat ein
EU-Plan zur Bekämpfung und Verhütung des Menschenhandels
verabschiedet. Dieser Aktionsplan enthält klare Zielvorgaben wie zum
Beispiel die Ausarbeitung gemeinsamer Leitlinien für die
Datenerhebung, Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den
Mitgliedstaaten oder die EU-weite Gewährleistung gemeinsamer Normen.
"Der Großteil der Maßnahmen hätte bereits 2006 in die Praxis
umgesetzt werden sollen, aber die meisten Staaten hinken diesem Ziel
noch nach", kritisiert Prets.

Klar stellt Prets, dass sie gegen ein Verbot der Prostitution
eintritt. "Es muss zwischen Prostitution und Zwangsprostitution
unterschieden werden. Zwangsprostitution ist ein Verbrechen gegen die
Menschheit und muss strafrechtlich verfolgt werden. Ein Verbot der
Prostitution an sich, wie es einige nordische Staaten praktizieren,
ist jedoch keine Alternative zur Beseitigung des Menschenhandels. Im
Gegenteil, Prostituierte werden in die Illegalität gedrängt und
somit verstärkt den Menschenhändlern ausgesetzt", so das Mitglied des
Frauenausschusses im Europäischen Parlament. (Schluss) up/mm

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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