- 14.05.2008, 09:44:25
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Prammer bei DVD-Präsentation: Zeitgeschichte aufarbeiten, Demokratiebewusstsein stärken
Schmied: ZeitzeugInnen hinterlassen Schatz an Erfahrung
Wien (SK) - "Zeitgeschichte aufarbeiten und gezielt
Demokratiebewusstsein vermitteln", forderte Nationalratspräsidentin
Barbara Prammer am Dienstag im Rahmen der Präsentation der DVD "Das
Vermächtnis - Verfolgung, Vertreibung und Widerstand im
Nationalsozialismus", produziert von erinnern.at. Prammer, die
Österreich, den Aufstieg des Nationalsozialismus betreffend, nicht
aus der Verantwortung ließ, betonte die Bedeutung des Projektes vor
allem im Hinblick auf eine Zeit, wenn man nicht mehr auf Zeitzeugen
zurückgreifen könne. Als wirkliches Vermächtnis bezeichnete
Bildungsministerin Claudia Schmied die aufgezeichneten Interviews mit
den Zeitzeugen, die "ihren Schatz an Erfahrung" in dieser Form
hinterlassen. Beide Politikerinnen dankten den ZeitzeugInnen für ihr
Engagement. ****
Auf der DVD "Das Vermächtnis", für LehrerInnen und SchülerInnen
entwickelt, finden sich neben Interviews mit Zeitzeugen, welche die
Schrecken des Nationalsozialismus und des Holocaust überlebten, auch
Lehr- und Lernmaterial zur pädagogischen Aufbereitung des Themas im
Unterricht. Die DVD enthalte viele auf Video aufgezeichnete
Interviews mit Zeitzeugen, und zeige, dass "Geschichte nur durch
Zeitzeugen wirklich erzählbar und präsentierbar ist", so Prammer.
Vielen dieser Zeugen sei es nicht leicht gefallen, "aus dem Schweigen
herauszutreten", betonte die Nationalratspräsidentin, die diesen
Menschen "Anerkennung für ihre Bereitschaft und ihr Engagement"
zollte. Das DVD-Projekt zeige, "wie wichtig es ist, sich jetzt auf
die Zeit vorzubereiten, wenn es nicht mehr möglich ist, auf
Zeitzeugen zurückzugreifen", so Prammer. Diese neue Methode werde den
SchülerInnen zukünftig näher bringen, was "es bedeutet hat, in dieser
Zeit zu leben".
Prammer betont Verantwortung Österreichs
Prammer unterstrich: "Österreich hat eine besondere Verantwortung.
Und die große tägliche Herausforderung, diese zu bewältigen", denn
"Österreich, die Österreicherinnen und Österreicher haben eine
besondere Rolle eingenommen. Es ist nicht so, dass Österreich
überrannt wurde. Der Boden für die Nationalsozialismus war längst
aufbereitet." Es gelte auch die "schrecklichen Punkte zu erkennen",
betonte die Präsidentin des Nationalrates. Und wenn heute eine
Studie sage, dass "ein Drittel nicht an die Demokratie glauben", wenn
rassistische Übergriffe zunehmen und Antisemitismus unwidersprochen
bleibt, dann sei dies ein Zeichen dafür, "dass wir noch nicht genug
getan haben", unterstrich Prammer. Man müsse daran arbeiten, gerade
den jungen Menschen zu vermitteln, dass "die Demokratie die einzige
Antwort darauf ist, wie Kontroversen und unterschiedliche Sichtweisen
friedlich ausgetragen werden können".
Schmied: Sorgsam und aufmerksam mit dem Vermächtnis der
Zeitzeugen umgehen
Gerade als Bildungsministerin sei es ihr "ein besonderes Anliegen,
dass SchülerInnen Geschichte von Nationalsozialismus und Holocaust
lernen", betonte Schmied. Es gehe darum "in angemessener und
respektvoller Weise darüber zu diskutieren, welche Lehren man daraus
zieht". Um dies zu gewährleisten sei im Bildungsministerium
erinnern.at gegründet worden, eine "wichtige Grundlage für die
nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema", so die
Bildungsministerin. Die DVD sei ein "innovatives Lehrmittel" und
verweise schon im Namen darauf, dass "Überlebende ihren Schatz an
Erfahrung, als Vermächtnis hinterlassen", so Schmied. "Die Aufgabe
der Nachkommen wird es sein sorgsam, aufmerksam und kritisch mit
diesem Vermächtnis umzugehen." Schmied dankte den Zeitzeugen, dem
Shoa Foundation Institut, dem Nationalfonds und dem Team von
erinnern.at, die an dem Zustandekommen dieser DVD maßgeblich
beteiligt waren. (Schluss) ar
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