- 10.03.2008, 13:40:56
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GPA-DJP startet Aktionswoche "Gute Pause, besser drauf!"
IFES-Studie zeigt Handlungsbedarf
Wien (GPA-DJP) - Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck,
Journalismus, Papier (GPA-DJP) startet heute mit einer bundesweiten
Aktionswoche zum Thema Arbeitspausen. Unter dem Motto "Gute Pause,
besser drauf!" sind Teams der GPA-DJP diese Woche an etwa 150
Standorten in ganz Österreich, auf öffentlichen Plätzen, vor Schulen
und in Betrieben präsent, um die die Menschen über die Bedeutung von
Arbeitspausen zu informieren und zur Diskussion einzuladen.++++
"In der modernen Arbeitswelt erhöht sich der Arbeitsdruck ständig.
Jede/r fünfte ArbeitnehmerIn arbeitet unter Stress. Burnout ist
längst nicht mehr nur eine Krankheit der ManagerInnen. Psychische
Erkrankungen sind mittlerweile die zweithäufigste Ursache für
Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspension. Unter diesen
Rahmenbedingungen wird die Einhaltung regelmäßiger Arbeitspausen
immer wichtiger. Eine sinnvoll genutzte Pause hebt nicht nur die
Lebensqualität der MitarbeiterInnen, auch für die ArbeitgeberInnen
bringt sie Vorteile", erklärt der Vorsitzende der GPA-DJP Wolfgang
Katzian
"Regelmäßige Pausen haben positive Auswirkungen auf die physische
und psychische Gesundheit der ArbeitnehmerInnen. Die körperliche
Belastung etwa durch Bildschirmarbeit nimmt etwa nach zwei Stunden
erheblich zu. Die Konzentration hingegen nimmt nach 90-120 Minuten
deutlich ab. Wer regelmäßig eine Pause einlegt, bleibt gesünder,
kreativer und damit auch leistungsfähiger. Die Motivation steigt, die
Fehlerhäufigkeit sinkt, Schmerzen im Rücken- und Schulterbereich oder
in den oberen Extremitäten nehmen ab", weist der Arbeitspsychologe
Dr. Gerhard Klicka auf die gesundheitlichen Aspekte von regelmäßigen
Arbeitspausen hin.
Jedoch werden diese Grundsätze nicht überall ernst genommen. Eine
IFES-Befragung unter österreichischen Angestellten hat ergeben, dass
in einer Mehrheit der Betriebe zwar eine tägliche Ruhepause
vorgesehen ist. 15 Prozent der Befragten - auch jene mit 40 und mehr
Stunden vereinbarter Wochenarbeitszeit - geben jedoch an, dass ihr
Betrieb keine täglichen Ruhepausen vorgesehen hätte. In
Kleinbetreiben bis zu 4 Beschäftigten steigt dieser Anteil auf knapp
die Hälfte (48 Prozent).
Acht von zehn Beschäftigten nehmen dort, wo eine Ruhepause
vorgesehen ist, diese auch regelmäßig wahr. 20 Prozent machen das
fallweise oder gar nicht. Drei Viertel der Angestellten insgesamt
haben in ihren Betrieben Pausenräume zur Verfügung. In Kleinbetrieben
bis zu vier Beschäftigten nur 21 Prozent, in größeren Betrieben ab
100 Beschäftigten sind es 90 Prozent.
Die gesetzlichen Ruhezeiten, die neben den täglichen vorgesehen
sind, wie Nacht-, Wochenend- und Feiertagsruhe, werden von 80 Prozent
der Angestellten eingehalten. Einem Fünftel der Befragten, die die
elfstündige Nachtruhe nicht einhalten können, wird dezidiert nicht
ermöglicht, am nächsten Tag später zu beginnen.
Im Falle der Ersatzruhe für während der wöchentlichen Ruhezeit
geleistete Arbeit wird diese einem Drittel der Angestellten nicht
angeboten. Lediglich rund die Hälfte der befragten Angestellten kann
darauf verweisen, dass es im Betrieb üblich ist, die täglichen
Ruhepausen einzuhalten. Nur knapp sechs von zehn Beschäftigten können
Arztbesuche und Amtswege während der Arbeitszeit erledigen, obwohl
dies im Angestelltengesetz klar geregelt ist.
"Die Daten unterstreichen die Notwendigkeit und Bedeutung von
geregelten Arbeitspausen und Erholungsphasen. Und wir wollen einen
Beitrag leisten zu einem gesellschaftlichen Stimmungswandel und
deutlich machen, dass die Verteilungsfrage heute nicht ausschließlich
über Geld und Einkommen geführt wird Es geht dabei ganz wesentlich
auch um die Verteilung von Zeitressourcen, um eine umfassende
Lebensqualität und eine sinnvolle Balance zwischen Arbeit und Leben",
so Katzian abschließend.
ÖGB, 10. März 2008 Nr. 156
Rückfragehinweis:
GPA-DJP Mag. Martin Panholzer Tel.: 05 0301-21511 Mobil: 05 0301-61511 E-Mail: [email protected] http://www.gpa-djp.at
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