• 06.03.2008, 17:25:23
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Depression ist weiblich

Wien (OTS) - Besonders Frauen leiden unter der unzureichenden
psychotherapeutischen Versorgung: Sie erkranken doppelt sooft an
Depressionen wie Männer. Der Österreichische Bundesverband für
Psychotherapie (ÖBVP) setzt sich daher für die Psychotherapie auf
Krankenschein ein.

Frauen sind nach wie vor weltweit Männern gegenüber benachteiligt:
ökonomisch, politisch, gesellschaftlich. Dass diese Benachteiligung
sich auch auf die psychische Gesundheit der Frauen auswirkt, ist
nicht weiter verwunderlich: Jede 10. Frau leidet zumindest einmal im
Lauf ihres Lebens an Depressionen.

Krankmachende Faktoren: Benachteiligung und Überforderung
Die Hypothese, dass vor allem die weiblichen Geschlechtshormone zu
den Unterschieden bei psychischen Erkrankungen beitragen, ist bis
heute nicht bestätigt. Tatsächlich können soziale und psychosoziale
Faktoren mit den depressiven Symptomen der Frauen in Beziehung
gebracht werden. So lässt sich ein großer Teil der depressiven
Störungen auf die unterschiedlichen Geschlechterrollen und den daraus
resultierenden Folgen während des Erwachsenenlebens zurückführen.

Viele Frauen sind einer Dreifachbelastung mit Haushalt, Arbeit und
Kindererziehung ausgesetzt. Besonders junge, verheiratete Frauen, die
für Vorschulkinder sorgen müssen, haben ein hohes Risiko an
Depressionen zu erkranken. Sie sind es, die immer noch einen Großteil
der Erziehungsarbeit tragen. Sie haben erwiesener Maßen weniger
Chancen im Berufsleben, verdienen weniger und befinden sich daher oft
in Abhängigkeitsverhältnissen. Verheiratete Frauen haben eine höhere
Rate von psychischen Erkrankungen als Ehemänner.

Auch die Armut, durch die Frauen, vor allem Alleinerzieherinnen,
besonders gefährdet sind, trägt zu psychischen Krankheiten bei:
Geringes Einkommen, geringe Ausbildung und Arbeitslosigkeit erhöhen
das Risiko an einer Depression zu erkranken. Eine psychische
Erkrankung kann wiederum dazu führen, dass die betroffene Person
ihren Arbeitsplatz verliert, was zu Armut führt und die Entstehung
bzw. Aufrechterhaltung einer Depression begünstigt. Berufstätigkeit,
Unabhängigkeit, Zufriedenheit, Sozialkontakte, Sozialstatus und
garantierte Arbeitsbedingungen senken die Depressionsraten.

Anlässlich des internationalen Frauentages ist es dem
Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) ein großes
Anliegen auf die unzureichende Versorgung der Betroffenen mit
Psychotherapieplätzen hinzuweisen und die politischen
Entscheidungsträger aufzufordern, die nach wie vor fehlende
finanzielle Lösung für die Psychotherapie auf Krankenkasse zu
forcieren. "Gerade für die Verbesserung der Lage der Frauen wären
leistbare Psychotherapie, also Psychotherapie auf Krankenschein, aber
auch mehr Prävention und stetige Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der
Gleichberechtigung ein wichtiger Beitrag", so Dr. Eva Mückstein,
Obfrau des ÖBVP.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Tel.: +43.1.512 70 90. 0, Fax: +43.1.512 70 90. 44
mailto:[email protected], www.psychotherapie.at

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