- 05.02.2008, 11:00:16
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Teuerung: Armutskonferenz erfreut über "Wettkampf gegen Armut statt gegen Arme"
Einmalzahlungen und Gebührenstopps nur dann sinvoll, wenn mit strukturellen Massnahmen gekoppelt
Wien (OTS) - "Den aktuellen Wettkampf gegen die Armut statt wie so
oft gegen die Armen", begrüßt die Armutskonferenz angesichts der
schwierigen Lebenssituation Betroffener. Die Diskussion zeigt, dass
"nachhaltige Massnahmen zur Armutsbekämpfung nicht nur Sache eines
Ressorts sind sondern vieler: von Wirtschaft über Arbeit, von
Gesundheit bis Bildung, von Justiz zu Finanz".
"Einmalzahlungen und Gebührenstopps sind nur dann sinvoll, wenn
sie mit strukturellen Massnahmen gekoppelt werden.", betont das
Anti-Armutsnetzwerk. Die Sozialleistungen werden seit Jahren nicht
mehr der Teuerung angepasst. "Sollten sie aber.", analysiert die
Armutskonferenz. "Der durchschnittliche Lohnersatz bei
Arbeitslosengeld und Notstandshilfe ist real seit 2000 um 3,6%
gesunken. Die durchschnittliche Höhe der Notstandshilfe ist um 4,3%
gesunken, die des Arbeitslosengeldes um 2,9%. Ähnlich bei der
Sozialhilfe oder dem Pflegegeld.", so die Armutskonferenz.
"Auch der soziale Wohnbau braucht wieder einen Anschub.
Mieten müssen für geringe Einkommen wieder leistbar werden. Da wurde
in den letzten Jahren nicht ausreichend investiert.
Und bei working poor und Haushalten mit prekären Jobs gebe es die
Möglichkeit mit Steuergutschriften zu helfen.
Gleichzeitig muß in den Austausch von ernergiefressenden und für
die Betroffenen teuren Heizöfen investiert werden. Die
Generalsanierung von Gemeindebauten kann allen nutzen. Durch die
Wärmedämmung konnten 40% an Energiekosten eingespart werden. Und die
Wohnbauförderung muß sowohl für einkommensschwache Haushalte zum
Umrüsten auf nachhaltige Heizformen wie auch in noch intensivere
Wohnraumsanierung eingesetzt werden können."
Zukunftsausgaben beschnitten
"Am Ende des Geldes ist zu viel Monat übrig. Die Teuerung
besonders bei Wohnen und Energie frißt die Einkommen auf. Bei
Haushalten, die weniger als 900 Euro im Monat zur Verfügung haben,
steigt der Anteil von Wohnen und Energie auf 36%. Je weinger
Einkommen, desto höher wird dieser Anteil. In Armutshaushalten werden
besonders bei länger andauernden Einkommenseinbußen anteilige
Ausgaben für Bildung und Kultur zugunsten der Ausgaben für Ernährung
und Wohnung/Ernergie verringert. Es gibt keine Rücklagen auf die man
im Notfall zurückgreifen kann, das Monatseinkommen ist für das
existentiell notwendigste aufgebraucht. Da bleibt dann nichts mehr
übrig für die sogenanntem Zukunftsausgaben wie Bildung. Übrig bleibt
aber auch nichts für unerwartete Kosten wie kaputter Boiler,
Waschmaschine etc. Und der Schulanfang mit Heften, Stiften und
Zirkeln wird - wenn man mehrere Kinder hat - ein finanzielles
Problem", so das österr. Anti-Armutsnetzwerk abschließend.
Rückfragehinweis:
DIE ARMUTSKONFERENZ. Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Die Mitgliedsorganisationen der Armutskonferenz betreuen und unterstützen 500 000 Hilfesuchende im Jahr www.armutskonferenz.at Tel: 01/ 409 80 01 oder mobil 0664/ 544 55 54 Koordinationsbüro Armutskonferenz Tel: 01/ 402 69 44
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