• 10.12.2007, 12:34:09
  • /
  • OTS0139 OTW0139

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP): Psychotherapie-Programm

Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge: ÖBVP fordert mindestens 20 Mio-Euro-Topf für Gesamtvertrag Psychotherapie!

Wien (OTS) - Anlässlich der Anhebung der
Krankenversicherungsbeiträge möchten wir dringend daran erinnern,
dass Psychotherapie noch immer nicht als flächendeckende Sachleistung
allen PatientInnen zur Verfügung steht. Seit 1992 (50. ASVG - Novelle
§ 135) ist Psychotherapie Pflichtleistung der Sozialversicherung. Bis
heute ist dies nicht umgesetzt.

Es wurden bisher seitens der Gebietskrankenkassen Landesverträge
mit privaten Gesellschaften und Vereinen abgeschlossen, die eine
gedeckelte Anzahl von "Psychotherapie auf Krankenschein"
bereitstellen, den Bedarf aber bei weitem nicht decken. Das bedeutet
für viele PatientInnen, darunter viele Kinder und Jugendliche, eine
unüberwindbare Hürde, lange Wartezeiten und eine Verschlechterung
ihrer Beschwerden.

Die WHO warnt, dass im Jahr 2020 Depression bereits die am
häufigsten gestellte Diagnose sein wird. In Österreich leiden 10 %
der Bevölkerung zumindest vorübergehend an depressiven Erkrankungen.
Psychische Krankheiten verursachen bereits mehr als 10 % des
Zuwachses an Invaliditätspensionen. Heute gehen fast 30 % der
Krankenstände auf psychische Belastungen zurück. Das stellt eine
enorme finanzielle Belastung für das Gesundheits- und Sozialsystem
dar!

Psychotherapie ist eine nachgewiesen hochwirksame
Behandlungsmethode für psychische Erkrankungen, die
PsychotherapeutInnen haben ihre Behandlungskompetenz längst unter
Beweis gestellt und in der Öffentlichkeit an Ansehen gewonnen. Die
Entstigmatisierungs-Bemühungen greifen, so dass Betroffene zunehmend
bereit sind, psychotherapeutische Behandlung unter leistbaren
Bedingungen in Anspruch zu nehmen!

Die Regierung hat sich in ihrem Programm für die "bundesweite
Weiterentwicklung einer qualitätsgesicherten Psychotherapie"
ausgesprochen. Nun ist es Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen und
die dafür notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Was kostet eine bundesweite Gesamtvertragslösung? Rund 43.000
Personen waren 2004 in Österreich in psychotherapeutischer
Behandlung. Psychotherapie auf Krankenschein und in Institutionen
wurden von rund 27.000 Personen in Anspruch genommen, Psychotherapie
mit Zuschuss und hohen Privatanteil nützten rund 16.000 Personen.
Dafür werden insgesamt rund 44 Mio Euro (0,2 % der staatlichen
Ausgaben für Gesundheit) ausgegeben. Will die Regierung ihre
Versprechen einlösen, sind nun für einen treffsicheren Gesamtvertrag
in der ersten Ausbaustufe mindestens weitere 20 Mio Euro zu sichern.
Der ÖBVP appelliert an die Verantwortlichen, dafür entsprechend Sorge
zu tragen!

Rückfragehinweis:

Dr. Eva Mückstein, Präsidentin Österreichischer Bundesverband 
   für Psychotherapie
   Dr. Christa Pölzlbauer, Vizepräsidentin Österreichischer 
   Bundesverband für Psychotherapie
   Löwengasse 3/5/6, 1030 Wien
   Tel. 01/513 17 304
   E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OBP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel