- 19.11.2007, 11:46:30
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Jäger schlagen Tierschützer!
Bei Protest gegen Treibjagd drehen JägerInnen durch: Regenschirm zerschossen, Aktivisten auf den Boden geworfen und getreten
Wien (OTS) - Sonntag, 18. November 2007, südlich von Zurndorf im
Burgenland. Ca. 60 erwachsene Männer und Frauen wissen nichts
Besseres mit ihrer Freizeit am Sonntag anzufangen, als durch Felder
zu stapfen und mit Schrotladungen auf Hasen zu ballern und ein
regelrechtes Blutbad anzurichten. Zahllose Hasen werden angeschossen,
kriechen am Boden entlang und schreien dabei herzzerreißend wie
Kleinkinder, oder werden von auf sie gehetzten Jagdhunden zerrissen.
Treiber schlagen mit Stöcken und der Faust auf verletzte Tiere ein,
andere Hasen werden einfach ignoriert und in ihrem Schmerz liegen
gelassen. Die Szene ist derartig makaber und grausam, dass jeder
halbwegs sensible, zivilisierte Mensch erschauert.
Eine Gruppe von TierschützerInnen fand sich vorort ein und
protestierte gegen dieses Massaker. Bereits in der Vorwoche hat sich
herausgestellt, dass in diesem Jagdgebiet illegale Fasanerievolieren
geführt werden.
Überall sind Futterstellen für alle möglichen Tiere aufgestellt,
sodass diese künstlich hergestellte Überpopulation aus ausgesetzten
und aufgefütterten Zuchttieren für ein Gemetzel herhalten kann.
Dagegen protestierten die tapferen AktivistInnen, im Namen aller
Menschen mit Herz und Hirn.
Doch die Jägerschaft reagierte mit brutalster Gewalt. Trotz der
Anwesenheit von 40 jagdfremden Personen mitten in der Treibjagd,
schossen viele JägerInnen weiterhin auf Hasen, die zwischen den
Menschen herumliefen. Einem Aktivisten wurde aus unmittelbarer Nähe
in seinen Regenschirm geschossen, sodass dieser völlig kaputt ging. 2
Jäger legten jeweils ihre geladenen Waffen an Kopf und Brust von
Demonstranten an und drohten zu schießen, würden die Aktivisten nicht
weggehen.
Nach dem Mittagessen eskalierte die Gewalt der JägerInnen gegen
Menschen, die nicht ihre Meinung teilen, vollends. Jeweils 5
JägerInnen fielen über 4 einzelne Aktivisten her, schlugen sie zu
Boden und traten sie mit aller Kraft auf den Kopf und den Körper.
Gleichzeitig versuchten sie ihnen die Videokameras und Fotoapparate
zu entreißen. 5 JägerInnen wollten sogar einen Aktivisten in ein
Jagdauto zerren, offenbar um ihn dort außer Sichtweite anderer
Personen zu misshandeln.
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch kommentiert: "Dieses Geschehen ist
derartig bodenlos, dass einem der Atem stockt. Wie eine Horde
wildgewordener Fussballrowdies, die durch die Fahne einer
gegnerischen Mannschaft provoziert wurde, stürzten sich die
GewalttäterInnen auf Menschen, die einfach nur eine andere Meinung
als sie vertreten.
Vollkommen bedenkenlos wird mitten unter jagdfremden Personen in
alle Richtungen geschossen, einmal sogar auf den Regenschirm einer
Person, die diese in der Hand hielt! 1991 wurde bereits bei einem
ähnlichen Protest gegen die Jagd ein Aktivist angeschossen. Wann
reagieren endlich die Behörden? Derartig gemeingefährliche Typen mit
Neandertalermentalität, die überhaupt keine Hemmungen haben, mit
Faust und Schusswaffe Menschen zu verletzen -- von den hilflosen
Tieren ganz zu schweigen -- dürfen nicht mehr in unserer Mitte
geduldet werden! Es wird Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen
gefährlicher Drohung, Körperverletzung und Nötigung erstattet."
Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, Tel. 0676 7203954,
Email: [email protected]
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