• 07.11.2007, 14:03:30
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WWF: Bedrohte Fische in Österreichs erstem Fischsupermarkt

Aussterbende Haie, Schwertfische und Rochen im Angebot

Wien (OTS) - Fast 80 Prozent der weltweiten Fischbestände sind
bereits überfischt oder bis an ihre Grenzen ausgebeutet. Zu den am
stärksten bedrohten Arten zählen beispielsweise Haie, Kabeljau, und
Roter Tunfisch. Aktuellen Grund zur Sorge bietet deshalb die am
Freitag stattfindende Eröffnung des ersten österreichischen
Fischsupermarktes in der Sagedergasse in Wien-Meidling: Im Sortiment
dieses Marktes finden sich vom Aussterben bedrohte Fischarten wie
Schwertfische und Rochen. Der WWF ruft die Betreiber auf, ihr
Sortiment zu überdenken und appelliert an alle KonsumentInnen, den
Verkauf gefährdeter Tiere nicht zu unterstützen. "Wenn die Menschheit
so weiter macht, werden die globalen Fischbestände bis Mitte des
Jahrhunderts komplett zusammenbrechen", so WWF-Fischereiexperte Georg
Scattolin.

Der Weltfischerei-Report der Welternährungsorganisation FAO und der
Vereinten Nationen kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Jedes Jahr
werden 86 Millionen Tonnen Fisch aus den Meeren gefangen. Viele
Fischarten, vor allem auch manche der beliebtesten Speisefische, sind
durch Übernutzung bedroht oder werden mit Methoden gefangen, die die
Meeresumwelt zerstören.
Österreich als Binnenland sollte im Bereich des Fischkonsums mit
gutem Beispiel vorangehen. Und tatsächlich haben namhafte
österreichische Unternehmen ihre Verantwortung erkannt und gefährdete
Fischarten, wie Hai und Rochen, aus ihrem Sortiment gestrichen.

Die Sortimentslisten und die Homepage des in den nächsten Tagen
eröffnenden Eurofisch-Supermarktes zeigen jedoch leider ein anderes
Bild. Hier werden bedrohte Fischarten angeboten, die
verantwortungsvolle KonsumentInnen keinesfalls kaufen sollten: Hai-,
Rochen- und Tunfisch-Arten stehen auf der "Roten Liste" der
Weltnaturschutz-Behörde IUCN.

"In den Weltmeeren bahnt sich eine Umweltkatastrophe von gigantischem
Ausmaß an, und kaum einer nimmt Notiz davon: Die Haie sterben aus",
so Helmut Wipplinger von Sharkproject. "Haie waren schon vor den
Dinosauriern da, doch der kommerziellen Befischung in diesem
dramatischen Ausmaß sind sie einfach nicht gewachsen. Das
Verschwinden der Haie würde die marinen Nahrungsketten durcheinander
bringen und zu extremen Veränderungen der Ozeane führen", so
Wipplinger weiter.

KonsumentInnen sind hier also gefordert. Sie können einen großen
Beitrag zu nachhaltigem Fischkonsum leisten, wenn sie bedrohte
Fischarten meiden, sich für heimischen Biofisch entscheiden oder beim
Einkauf von Meeresfisch auf das blaue MSC-Siegel achten. Dieses
Siegel des "Marine Stewardship Council" (MSC) - das auf Initiative
des WWF gegründet wurde - garantiert, dass der Fisch aus nachhaltiger
Fischerei stammt und diese Fischbestände nicht gefährdet sind.

Um beim Einkauf sicher gehen zu können, hat der WWF einen handlichen
"Fischführer" entwickelt. Der WWF-Fischführer gibt mittels
Ampelfarben Aufschluss darüber, welche Fische bedenkenlos gekauft
werden können: zu bestellen bei WWF Österreich oder zum Download
unter www.wwf.at in der Konsumententipps-Rubrik "Lebensmittel und
Ökosiegel".

Rückfragehinweis:
WWF Österreich
Mag. Georg Scattolin, WWF-Fischexperte,
Tel. 01-488 17-265 oder 0676-83 488 265.

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