• 25.10.2007, 09:00:00
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Privatversicherungswirtschaft 2006 durch verhaltenes Prämienwachstum geprägt

Wien (WIFO) - Die Entwicklung der österreichischen
Versicherungswirtschaft unterschied sich 2006 vom internationalen
Trend. Auf dem Weltmarkt verzeichnete die Lebensversicherung starke
Zuwächse, während die Prämieneinnahmen der Nicht-Lebensversicherung
wesentlich schwächer zunahmen. In Österreich war hingegen die
Nicht-Lebensversicherung die treibende Kraft, während die
Lebensversicherung, vom hohen Ausgangsniveau des Vorjahres ausgehend,
kaum zulegte.

Der Rückgang der Prämieneinnahmen in der klassischen
Lebensversicherung wurde vom Aufschwung der fondsgebundenen
Lebensversicherung nicht vollständig wettgemacht. Die klassische
Lebensversicherung mit Einmalzahlung war von dieser Entwicklung
besonders betroffen (-16,4%). Unter diesen Rahmenbedingungen lieferte
die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge der Branche 2006 wesentliche
Impulse. Bereits 20% der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter hatten
2006 einen Vertrag abgeschlossen, davon knapp 90% in Form einer
Versicherung. Die hohe Steigerung in diesem Geschäftsbereich (+36,8%)
schlug sich insgesamt in einer Zunahme der Prämieneinnahmen der
österreichischen Lebensversicherer nieder (+0,9%).

Im Rahmen der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge verwalteten die
Versicherungsunternehmen knapp 1,5 Mrd. Euro für die Versicherten.
Etwa 40% davon wurden an der Wiener Börse veranlagt, weil die
Möglichkeiten zur Diversifikation an anderen Börsen mit niedriger
Börsenkapitalisierung (d. h. niedrigem Verhältnis zwischen
Börsenkapital und nominellen Bruttoinlandsprodukt) kaum genutzt
wurden. In Anbetracht der starken Kurssteigerungen an der Wiener
Börse wurde der für die Veranlagung der prämiengeförderten
Zukunftsvorsorge wichtige Grenzwert der Börsekapitalisierung für die
Einstufung als unterkapitalisierte Börse von 30% des nominellen BIP
im mehrjährigen Durchschnitt auf 40% angehoben. Die Wiener Börse
erreichte im Jahresdurchschnitt 2006 bereits eine
Börsekapitalisierung von 49,1%, sodass in nächster Zeit mit einer
weiteren Anhebung des Grenzwertes gerechnet werden kann.

In der Schaden-Unfallversicherung ermöglichte die steigende Zahl
versicherter Risken ein stabiles Prämienwachstum (+1,9%), obwohl in
der wichtigen Kfz-Versicherung die Preise gesenkt wurden. In der
Krankenzusatzversicherung wirkten sowohl Preissteigerungen als auch
die Ausweitung der versicherten Risken umsatzsteigernd. Insgesamt
sank 2006 die Versicherungsdurchdringung, weil die Prämieneinnahmen
schwächer zunahmen als das nominelle Bruttoinlandsprodukt. Die starke
Ausweitung der Zahlungen an die Versicherten wurde durch hohe
Finanzerträge und die Verringerung des Aufbaus
versicherungstechnischer Reserven aufgewogen, sodass die
Gewinnentwicklung im Wesentlichen ruhig verlief.

Übersicht 1: Abgegrenzte Bruttoprämien in der privaten
Versicherungswirtschaft - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/presse)

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
10/2007!

Rückfragehinweis:
Dr. Thomas Url
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-279 * Fax. +43 1 798 93 86
mailto:[email protected]

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