• 08.10.2007, 21:57:06
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Medizinischer Kunstfehler" (Von PETER NINDLER)

Andrea Kdolsky (VP) ist Ärztin, aber mit ihrer Gesundheitsreform musste sie selbst einen Arzt aufsuchen. - Ausgabe vom 9. Oktober 2007

Innsbruck (OTS) - Igendwie kommt man sich vor wie in einem
schlechten Film. Da wird monatelang über eine Reform des Gesundheits-
und Pflegesystems verhandelt, aber fünf vor zwölf alles wieder in
Frage gestellt. Wobei sich Gesundheitsministerin Kdolsky wieder
einmal besonders ausgezeichnet hat.

Zweifelsohne benötigte es Reformen in der Gesundheitspolitik, um
das System auch weiter finanzieren zu können. Und natürlich fühlen
sich Ärzte stets übergangen und missverstanden. Schließlich wächst
der wirtschaftliche Druck auch unter Ärzten. Doch mit ambulanten
Versorgungszentren eine weitere Behandlungsebene zwischen
niedergelassenen Ärzten und den Spitälern einzuschieben, grenzt
mittlerweile an Unvernunft.

Ambulanzen sind sicher notwendig, um die Krankenhäuser von den
"leichten" medizinischen Fällen zu entlasten. Doch diese sollten in
den Spitälern angesiedelt bleiben. Welchen Sinn hat es, die ambulante
Versorgung auszugliedern, aber weiter öffentlich zu betreiben?
Außerdem würde man damit nicht nur die Facharztpraxen schwächen,
sondern auch die privaten Tageskliniken. Letztere sind eigentlich
schon einen richtungsweisenden Weg mit viel Risiko gegangen. Aber
öffentliche Ambulanzen sollten in öffentlichen Spitälern bleiben.

Überraschend kommt hingegen der Rückwärtssalto der
VP-Länderpolitiker bei der 24-Stunden-Pflege. Obwohl es tatsächlich
viele bürokratische Hindernisse gibt, eine einfache Regelung in
dieser schwierigen Frage ist kaum möglich. Mühsam wurde der
Kompromiss geschnürt, jetzt sollte man einmal abwarten, wie er sich
in der Praxis bewährt.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610

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