- 03.09.2007, 08:33:47
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Schlägt die Milchpreiserhöhung bis zu den Kühen durch?
VGT fragt: wer vertritt die Interessen der Milchproduzentinnen, nämlich der Kühe, im Poker um den Milchpreis?
Wien (OTS) - Der Milchpreis steigt. Offenbar in erster Linie wegen
der gesteigerten Nachfrage am chinesischen Markt. Höhere Preise
bedeuten Mehreinnahmen. Doch wer bekommt sie? Interessensvertretungen
von Handel, Molkereien und Bauernschaft treffen aufeinander, um das
Geld aufzuteilen. Kürzlich fanden sich 15.000 Bauern und Bäuerinnen
zur Demo in München ein, um darauf zu bestehen, einen Anteil der
Mehreinnahmen zu bekommen. Die Milchpreiserhöhung schlage nicht bis
zur Bauernschaft durch, wurde moniert, und die Bevölkerung
solidarisierte sich. Diejenigen, die die Arbeit leisten, sollen auch
das Geld bekommen.
Der VGT erkennt in dieser Diskussion das zentrale Problem des
Tierschutzes. VGT-Obmann DDr. Martin Balluch: "Von allen Medien und
allen KommentatorInnen wird geflissentlich übersehen, dass die Kühe
doch die einzig wirklichen Produzentinnen der Milch sind. Sie leisten
mit Abstand die meiste Arbeit, ihnen sollte daher auch der
Löwenanteil des Gewinns durch die Milchpreiserhöhung zufallen. Aber
die Interessen der Milchkühe sind im Poker um den Milchpreis nicht
repräsentiert."
Tiere gelten als Sachen, Kühe als Milchmaschinen. Sachen haben
keine Interessen, die vertreten werden müssten, sie können nach
herkömmlicher Diktion nicht ausgebeutet werden, weder durch
Produktionssysteme noch durch Menschen, die von ihrer Arbeit
profitieren.
DDr. Balluch sieht darin die Crux: "Natürlich sind Tiere keine
Sachen, sondern Lebewesen mit Gefühlen. Natürlich kann man sie daher
auch missbrauchen und ausbeuten, man kann ihnen aus Gewinnsucht das
vorenthalten, was ihnen zusteht. Natürlich haben auch Kühe
Interessen, an einem artgerechten Leben, an stabilen sozialen
Beziehungen, an Freiheit. Jeder vernünftige Mensch wird hier
zustimmen. Aber daraus den logischen Schluss zu ziehen, dass auch die
Kühe eine Interessensvertretung brauchen, die über den Milchpreis und
die Produktionsbedingungen mitverhandelt, fällt den meisten nicht
ein. Die Bauernschaft kann nicht die Interessen der Kühe vertreten.
Seit wann vertreten die Firmenchefs die Interessen ihrer
Arbeiterschaft? Erst wenn der Tierschutz konsequent zuende gedacht
wird, und auch die Interessen der Kühe hochoffiziell vertreten sind,
kann es überhaupt Gerechtigkeit und ein Ende der Tierausbeutung
geben."
Rückfragehinweis:
VGT - VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN
DDr. Martin Balluch, Tel.: 0676-720-39-54
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