• 29.08.2007, 11:44:13
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Armutskonferenz warnt: Ausgaben fressen Einkommen

Sozialleistungen der Teuerung anpassen, wieder in den sozialen Wohnbau investieren, Steuergutschriften für "working poor".

Wien (OTS) - "Sage niemand, man kann da nichts machen.", weist die
Armutskonferenz auf die Belastung ärmerer Haushalte durch die starke
Teuerung notwendigster Ausgaben hin.

Die Sozialleistungen werden seit Jahren nicht mehr der Teuerung
angepasst.

"Sollten sie aber.", analysiert Diakonie-Sozialexperte Martin
Schenk. "Der durchschnittliche Lohnersatz bei Arbeitslosengeld und
Notstandshilfe ist real um 3,6% gesunken. Die durchschnittliche Höhe
der Notstandshilfe ist um 4,3% gesunken, die des Arbeitslosengeldes
um 2,9%. Ähnlich bei der Sozialhilfe oder dem Kindergeld.", so Schenk
von der Armutskonferenz.
"Auch der soziale Wohnbau braucht wieder einen Anschub. Mieten müssen
für geringe Einkommen wieder leistbar werden. Da wurde in den letzten
Jahren nicht ausreichend investiert.
Und bei working poor und Haushalten mit prekären Jobs gebe es die
Möglichkeit mit Steuergutschriften zu helfen - mit einem working tax
credit.

"Am Ende des Geldes ist zu viel Monat übrig. Die Ausgaben fressen
die Einkommen auf.", so Sozialexperte Schenk. "Die Kosten für Wohnen,
Energie und Ernährung sind enorm gestiegen: über 10 % und mehr.
Gerade jene Ausgaben, die zu den Notwendigsten in Haushalten mit
geringem Einkommen gehören. Die Mieten sind massiv gestiegen. Mit
einem kleinen Einkommen frisst das Wohnen oft schon zwei Drittel des
verfügbaren Monatsbudgets.
Energiepreise steigen. Und Lebensmittelpreise steigen.

In Armutshaushalten werden besonders bei länger andauernden
Einkommenseinbußen anteilige Ausgaben für Bildung und Kultur
zugunsten der Ausgaben für Ernährung und Wohnung verringert. Es gibt
keine Rücklagen auf die man im Notfall zurückgreifen kann, das
Monatseinkommen ist für das existentiell notwendigste aufgebraucht.
Da bleibt dann nichts mehr übrig für die sogenanntem Zukunftsausgaben
wie Bildung. Übrig bleibt aber auch nichts für unerwartete Kosten wie
kaputter Boiler, Waschmaschine etc. Und der Schulanfang mit Heften,
Stiften und Zirkeln wird - wenn man mehrere Kinder hat - ein
finanzielles Problem.

Dazu kommt die hohe Belastung unterer Einkommen durch indirekte
Steuern und Abgaben, die schnell an die Grenzen des verfügbaren
Haushaltsbudgets führen. Das unterste Einkommensdrittel wird durch
Massensteuern doppelt so stark belastet wie das oberste.
(Wifo-Verteilungsstudie).

"Die Haushaltseinkommen insgesamt sind nämlich interessanterweise
in den letzen Jahren nicht dramatisch gesunken. Trotz prekärer Jobs
und hoher Arbeitslosigkeit. Vielmehr sind aber die existentiellen
Kosten gestiegen.
Wenn es bei Niedrigstverdienern Reallohnverluste gibt, viele am
Arbeitsmarkt nicht unterkommen, Abgaben steigen und alles teurer wird
- dann kann sich das bei 500 oder 600 Euro Monatseinkommen einfach
nicht ausgehen.", so die Armutskonferenz abschließend.

Rückfragehinweis:

DIE ARMUTSKONFERENZ.  - Österr. Netzwerk gegen Armut und soziale
   Ausgrenzung. Die Mitglieder der Armutskonferenz betreuen und 
   unterstützen über 500 000 Hilfesuchende im Jahr.
   www.armutskonferenz.at
   Rückfragen Medien: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54
   Kooridnationsbüro: 01/ 402 69 44

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ARM

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