• 23.08.2007, 12:06:34
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WWF-Amazonas-Ausstellung seit heute in Innsbruck

Standplatz mit Regenwaldzelt am Franziskanerplatz

Wien (OTS) - Innsbruck, 23. August 2007 - Im Rahmen des weltweiten
WWF-Projekts zur Rettung des Amazonas-Regenwaldes steht der WWF
Österreich ab heute mit seiner Amazonas-Ausstellung am 23. und 24.
sowie vom 28. bis 31. August täglich am Franziskanerplatz in der
Museumsstraße in Innsbruck. Mit der Ausstellung will der WWF das
Bewusstsein für unsere Abhängigkeit vom Regenwald schärfen. Im Rahmen
des größten Tropenwaldschutzprojekts der Welt soll ein
WWF-Schutzgürtel mit einer Gesamtfläche von 500.000 Quadratkilometern
in Brasilien unter dauerhaften Schutz gestellt werden. Innerhalb von
drei Jahren will der WWF in Österreich dafür eine Million Euro
sammeln. An dem Projekt ist auch die brasilianische Regierung, die
Weltbank, die deutsche Entwicklungsbank (KfW) und weitere
internationale Organisationen beteiligt. "Wenn der Amazonas-Regenwald
zerstört wird, hat das katastrophale Auswirkungen auf den gesamten
Planeten. Dieses weltweite Projekt ist die letzte Chance, den
Amazonas dauerhaft vor der Entwaldungsfront zu retten. Wir hoffen
auch auf reges Interesse in ganz Tirol", sagte heute
WWF-Amazonas-Sprecher Franko Petri anlässlich einer Pressekonferenz
heute in Innsbruck

Der Amazonas ist so bedroht wie nie zuvor. Viehzüchter und
Soja-Farmer brennen die Wälder nieder um Platz für ihre Herden und
Plantagen zu schaffen. Der Großteil des für die EU-Tierfabriken
benötigten Soja-Futtermittels kommt direkt von den insgesamt mehr als
40 Millionen Hektar großen Anbauflächen aus Südamerika. Der Ausbau
der Überlandstraßen, die mitten durch den Regenwald führen, reißt
tiefe Wunden in den großteils noch intakten Lebensraum. Illegale
Abholzung, der Handel mit bedrohten Tierarten, Bergbau, Waldbrände
und der Klimawandel bedrohen die Millionen Jahre alten Regenwälder
zusätzlich. Die Rodung des tropischen Regenwaldes ist schon jetzt für
ein Viertel des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen
verantwortlich. Täglich werden allein in Brasilien durchschnittlich
59 Quadratkilometer Regenwald vernichtet, das entspricht einer
Waldvernichtung von fünf Fußballfeldern pro Minute. Die
Speicherkapazität des Amazonaswaldes von Kohlendioxid entspricht dem
weltweiten Ausstoß von CO2 durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe
in 15 Jahren.

Auf Initiative des WWF wurde im Jahr 2002 das ARPA-Netzwerk
gegründet, ein seit heuer 235.000 Quadratkilometer großer
Schutzgürtel aus verschiedenen Naturreservaten. Bis 2012 soll dieser
größte Naturschutzgürtel der Welt auf eine halbe Million
Quadratkilometer anwachsen - das sind etwa 12 Prozent des
brasilianischen Amazonaswaldes. Die Umsetzung des Projekts wird etwa
400 Millionen Dollar kosten. Zusammen mit der brasilianischen
Umweltbehörde IBAMA, der brasilianischen Regierung, der
Entwicklungsbank der deutschen Bundesregierung (KfW) und
internationalen Organisationen arbeitet der WWF an der Erstellung von
Managementplänen und deren Umsetzung. In die Schutzgebietsbetreuung
wird die lokale Bevölkerung aktiv miteinbezogen und so gleichzeitig
auch die Armut verringert. Mit nachhaltiger Holzbewirtschaftung und
Fischereiprojekten konnte schon jetzt die Abholzung verringert
werden. Mit Unterstützung des WWF wurde neben weiteren Schutzgebieten
2005 der 19.000 Quadratkilometer große Juruena-Nationalpark
gegründet, der besonders für seine Artenvielfalt bekannt ist.

Der Amazonas-Fluss ist die 6.400 Kilometer lange Lebensader des mit
mehr als fünf Millionen Quadratkilometern größten Regenwaldgebietes
der Erde. 60 Prozent davon befinden sich in Brasilien. 13 Prozent des
weltweit verfügbaren Süßwassers sind dort gebunden. Zehn Prozent
aller weltweit bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in diesen
Wäldern. Viele Gebiete sind noch unerforscht und ständig werden neue
Arten entdeckt. 17 Prozent des Waldes in Brasilien sind heute bereits
unwiederbringlich vernichtet. "Wenn die Abholzung nicht in diesem
Jahrzehnt gestoppt wird, werden bis 2050 etwa 40 Prozent des
Amazonas-Regenwaldes für immer verloren sein. Wir laden alle Menschen
in Österreich ein, zusammen mit dem WWF diesen Prozess der Zerstörung
aufzuhalten", ruft Petri auch die Tiroler zum Spenden auf.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Amazonas-Sprecher WWF, Tel. 0676-83 488 231.
Download der Factsheets, Fotos, Grafiken und des Ausstellungsprogramms unter www.wwf.at.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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