• 23.08.2007, 11:36:31
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Gemeingefährlicher Anschlag im WWF-Naturreservat Marchauen

Unbekannter Täter legt "Krähenfüße" direkt neben Spazierweg aus

Wien (OTS) - Wien, Marchegg am 23. 8. 2007 - Im WWF-Naturreservat
Marchauen hat ein unbekannter Täter einen hinterhältigen Anschlag
verübt: In unmittelbarer Nähe einer Beobachtungshütte für Besucher am
Spazierweg neben dem Altarm Maritz hatten am Nachmittag des 21.
August Gebietsaufseher auf engstem Raum rund 30 "Krähenfüße"
gefunden. Diese selbst hergestellte Vorrichtung besteht aus zwei
umgebogenen Nägeln, die zusammen geschweißt und zu fünf Zentimeter
langen Stacheln zugespitzt wurden. Der Täter hatte die Nägel braun
gestrichen, und sie so platziert, dass immer eine Spitze aus der Erde
ragte. Im braun gefärbten Kastanienlaub sind die Krähenfüße kaum zu
entdecken.

Jedes Jahr wird das Naturparadies vor den Toren Wiens von rund 50.000
Erholungssuchenden besucht. Zahlreiche Einrichtungen wie
Beobachtungsstände, Hinweistafeln und Spazierwege stehen den
Naturliebhhabern zur Verfügung. Besonders beliebt ist das
Naturreservat bei Familien mit Kindern, die auf
"Natur-Entdeckungsreise" gehen. "Umso hinterhältiger ist das
Verhalten des Täters, die Krähenfüße direkt neben dem Spazierweg bei
der Beobachtungshütte auszulegen", ist Gerhard Neuhauser,
Gebietsbetreuer des WWF empört. "Man stelle sich vor, ein
herumlaufendes Kind hätte sich die fünf Zentimeter langen Stacheln
eingetreten!"

Auch für die Tierwelt der Au kann eine Verletzung durch die
ausgelegten Stachel eine Infektion und in weiterer Folge den sicheren
Tod bedeuten. Betroffen sind größere Säugetiere wie Rehe oder
Wildschweine. Gerhard Neuhauser durchkämmt das Gebiet nun mit einem
Metallsuchgerät, um weitere Gefahrenquellen auszuschließen.

"Was den Täter anlangt, tappen wir noch völlig im Dunklen", erklärt
Neuhauser. "Ein solch gemeiner Anschlag auf die Tierwelt der Au und
die Besucher ist in der Geschichte des Reservates bislang noch nie
vorgekommen." Heute wird eine Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Um Hinweise aus der Bevölkerung wird beim Polizeiposten Lassee unter
der Telefonnummer 0591/ 333 209-100 gebeten. Besucher des
WWF-Reservates werden in der Zwischenzeit um äußerste Vorsicht
ersucht!

Die Flusslandschaft der March-Thaya Auen zählt zusammen mit den
angrenzenden Trockenlandschaften des Marchfeldes und Weinviertels zu
den bedeutendsten Naturräumen Mitteleuropas. Das Überleben seltener
Arten wie Seeadler oder Weißstorch in Österreich hängt vom Schutz
dieser Region ab. Der WWF unterhält hier seit 1970 das Naturreservat
Marchauen. Kernstück der WWF-Arbeit ist die Betreuung der größten
Baum brütenden Storchenkolonie Mitteleuropas bei Marchegg, die heuer
fast 150 Störche beheimatet hat.

Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
Gerhard Neuhauser, WWF-Gebietsbetreuer Naturreservat Marchauen/Marchegg,
Tel. 0699 - 19572242

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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