- 02.08.2007, 12:01:48
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Sozialhilfe: 35.048 Kinder und Jugendliche betroffen
Anstieg bei Kindern um 11 %. Armutskonferenz warnt vor eingeschränkten Zukunftschancen
Wien (OTS) - "35.048 Kinder und Jugendliche sind österreichweit
von Sozialhilfe betroffen. Das ist ein Anstieg um 11 Prozent zum
Vergleichsvorjahr. In mehr als der Hälfte aller Bundesländer:
Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Wien," weist
die Armutskonferenz auf eingeschränkte Zukunftschancen der Kinder
hin.
"Die Gründe seien die zunehmende Zahl an "working poor",
gestiegene Lebenshaltungskosten bei Wohnen und Energie,
Nichtexistenzsichernde Arbeitslosen- und Notstandshilfeleistungen,
nichtausreichende Pensionen, Arbeitslosigkeit und der Anstieg an
psychischen Erkrankungen", analysiert Diakonie-Sozialexperte Martin
Schenk.
Es nehmen prekäre Jobs zu, mit daraus folgendem
nicht-existenzsicherndem Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Die
neuen
"working poor" erhalten von der Sozialhilfe "Richtsatzergänzungen" um
zu Überleben. Während die Kurzaushilfen steigen, sinken die
Dauerunterstützungen (von 42 000 auf 38 000). Weiters treffen die
steigenden Lebenserhaltungskosten bei Wohnen und Energie Menschen mit
geringem Einkommen überproportional stark. Wohnen und Energie sind
neben Ernährung die zentralen Ausgabenposten in Armutshaushalten, so
Schenk. Dann haben Personen mit physischen oder psychischen
Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt schlechte Chancen. Besonders
nehmen depressive Erschöpfungszustände zu. Und in Sozialhilfestellen
großer Städte gibt es eine höhere Inanspruchnahme. Viele
Hilfesuchende nehmen aus Scham im ländlichen Raum die Leistung nicht
in Anspruch.
www.armut.at/armutskonferenz_news_nontakeup_sozialhilfe_110707.htm
Dazu kämen die ausgewiesenen Mängel der Sozialhilfe wie
beschämende Bedarfsprüfungen, keine Pensionszeiten, mangelnde
Krankenversicherung, undurchsichtige Richtsatzhöhen, falsche
Anreizstrukturen in der Finanzierung, hohe Nichtinanspruchnahme,
mangelnde Rechtssicherheit oder die Armutsfalle "Regress" , so die
Armutskonferenz. "Am besten wäre überhaupt die Sozialhilfe gesetzlich
bundesweit und universell zu regeln - und die Länder bzw.Gemeinden
davon zu entlasten.".
Ende 2005 betrug die Zahl der Hilfesuchenden in der Sozialhilfe
125.670, das ist ein Anstieg zum Vorjahr (119.000) um 5,3 Prozent.
Rechnet man die SozialhilfebezieherInnen in Alten- und Pflegeheimen
dazu (54.197) käme man insgesamt auf 180.000 Menschen, die ihren
Lebensunterhalt bzw. ihre Pflege nicht mehr selbst bestreiten können.
Sozialhilfe: http://www.armut.at/armut_in_oesterreich_sozialhilfe.htm
Mindestsicherung:
http://www.armut.at/armut_in_oesterreich_mindestsicherung.htm
DIE ARMUTSKONFERENZ
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Die Mitglieder der Armutskonferenz betreuen und unterstützen über
500 000 Hilfesuchende im Jahr.
Rückfragehinweis:
www.armutskonferenz.at
Rückfragen Medien: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54
Kooridnationsbüro: 01/ 402 69 44
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