- 10.07.2007, 09:51:38
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Kindergartenjahr für alle: Frühförderung für Kinder aus ärmeren Familien!
Wenn Kindergarten verpflichtend ist, dann darf er auch nichts kosten. Am besten für alle. Keine Defizitpädagogik, keine Testbatterien und keine Sondergruppen.
Wien (OTS) - "Frühförderung betrifft nicht nur Kinder mit Bedarf
an Sprachunterstützung, sondern allgemein Kinder aus sozial
schwächeren Elternhäusern. Bei den 4- bis 6 Jährigen gehen Kinder
armutsgefährdeter Eltern deutlich weniger in den Kindergarten (57%)
als nicht-arme Kinder (75%).", verweist die Armutskonferenz auf
aktuelle Erkenntnisse der Armutsforschung. "Weiters kommen von
denjenigen, die beim Lesen am schlechtesten abschneiden, mehr als
zwei Drittel aus deutschsprachigen, österreichischen Familien."
"Deshalb entspricht ein Vorschuljahr "nur für Deutschlerner" nicht
den international erfolgreichen Beispielen einer Frühförderung für
alle mit allen. In den Ländern, in denen die Aufstiegschancen für
Kinder unabhängig ihrer Herkunft besser gewährleistet werden, wird
vor allem die starke individuelle Förderung von Kindern in
durchmischten Gruppen praktiziert.
Und die Vorschulförderung nicht "ethnisiert"., erläutert
Sozialexperte Martin Schenk.
"Wenn aber Kindergarten bzw. Vorschule verpflichtend sind, dann
dürfen sie auch nichts kosten. Wenn Sprachförderung im Mittelpunkt
steht, dann muss die Schuleinschreibungsphase professionalisiert und
individuelle Sprachförderpläne erarbeitet werden, dafür sind die
Volksschuldirektoren nicht gerüstet."
"Wir hoffen, dass das Kindergartenjahr nicht auf Defizitpädagogik,
Testbatterien für 4jährige Knirpse und Sondergruppen baut, sondern
auf die Fähigkeiten der Kinder setzt, Selbstbewusstsein fördert und
professionell individuelle Sprachförderpläne erarbeitet wie
beispielsweise im Modell Greenwood Center in Kanada."
"Jetzt hätten wir die Chance, mit einfachen Maßnahmen die
Vererbung von Armut zu vermindern. Dafür muss man wirklich nicht das
schlechteste aller Frühförderungsmodelle nehmen, dafür brauchen wir
das beste.", so das österreichische Anti-Armutsnetzwerk abschließend.
Rückfragehinweis:
DIE ARMUTSKONFERENZ. - Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Die Mitglieder der Armutskonferenz betreuen und unterstützen über 500 000 Hilfesuchende im Jahr. www.armutskonferenz.at Rückfragen Medien: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54 Kooridnationsbüro: 01/ 402 69 44
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