- 25.06.2007, 09:00:00
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- OTS0021 OTW0021
Wachstumsimpulse durch die öffentliche Hand
Wien (WIFO) -
Der Staatsanteil an der Wirtschaftsleistung eines Landes als solcher
hat nur geringe Wirkungen auf Wachstum und Beschäftigung. Relevanter
ist die Struktur von Staatseinnahmen und Staatsausgaben. Steuern und
Abgaben auf Arbeit wirken deutlich stärker negativ auf Wachstum und
Beschäftigung als solche auf Verbrauch, Ressourcen und
Kapitalbestände. Ein hoher Grenzsteuersatz bewirkt größere
Verzerrungen als ein hoher Durchschnittssteuersatz. Gemessen an
diesen Ergebnissen ist das österreichische Abgabensystem noch nicht
optimiert. Auch eine wachstumsfreundliche Ausgabenstruktur - z. B.
ein hoher Anteil der Ausgaben für Forschung und Bildung - kann die
negative Wirkung einer hohen Gesamtsteuerbelastung kompensieren.
Die Abgabenbelastung der Arbeit liegt in Österreich erheblich über
dem EU-Durchschnitt und hat in den letzten Jahren weiter zugenommen.
Eine Umschichtung zu stärkerer Besteuerung von Ressourcen, Verbrauch
und Kapitalbeständen bei gleichzeitig spürbarer Reduktion der
Belastung des Faktors Arbeit wäre wachstums- und
beschäftigungsfördernd. Besonders in den unteren Einkommensbereichen
sollte der Grenzsteuersatz durch Senkung der
Sozialversicherungsbeiträge und des hohen Eingangssteuersatzes
ermäßigt werden. Weitere Abgaben auf den Faktor Arbeit sollten
verringert werden, insbesondere die Kommunalsteuer auf der
Gemeindeebene. Zur teilweisen Gegenfinanzierung könnten die Steuern
auf Grund und Boden im Rahmen der Grundsteuer sowie der Erbschafts-
und Schenkungssteuer durch eine Reform des Bewertungsverfahrens für
Grund- und Immobilienvermögen gestärkt werden.
Auch die Ausgabenstruktur kann noch wachstumsfreundlicher
gestaltet werden. Aus der Perspektive einer Stärkung des
Wirtschaftswachstums ist der Entwicklung der Ausgaben für Bildung,
Investitionen und Forschung und Entwicklung besonderes Augenmerk zu
schenken. Zu einer wachstumsfördernden Verbesserung der Qualität der
öffentlichen Ausgaben gehört neben einer Stärkung der Ausgaben für
die genannten Zukunftsbereiche auch eine effizientere Allokation der
öffentlichen Mittel durch Strukturreformen im öffentlichen Sektor
selbst. Darunter fallen insbesondere eine grundlegende
Aufgabenüberprüfung und -revision auf allen staatlichen Ebenen, ein
effizienterer Mitteleinsatz etwa durch die Förderung von New Public
Management sowie die Setzung ökonomischer Anreize für Einsparungen,
Leistungs- und Produktivitätssteigerung und Erhöhung der Mobilität im
öffentlichen Sektor.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
6/2007
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=29320&typeid=8&
display_mode=2) und der folgenden WIFO-Studie: Margit
Schratzenstaller, WIFO-Weißbuch "Mehr Beschäftigung durch Wachstum
auf Basis von Innovation und Qualifikation". Teilstudie 12:
Wachstumsimpulse durch die öffentliche Hand (64 Seiten, 40,00 Euro,
Download 32,00 Euro:
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=27451&typeid=8&d
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Rückfragehinweis:
Dr. Margit Schratzenstaller Stellvertretender Leiter Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO Tel. +43 1 798 26 01-204 * Fax. +43 1 798 93 86 mailto:[email protected]
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