• 11.06.2007, 20:57:31
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Not-OP in der ÖVP" (Von PETER NINDLER)

Ausgabe vom 12. Juni 2007

Innsbruck (OTS) - In Kitzbühel ist die Zeit für einen Kompromiss
gekommen, denn Verlierer gibt es schon zu viele. Als Stadtchef musste
BM Klaus Winkler für die Bevölkerung um die Akutversorgung bzw. um
ein angemessenes Nachsorgekonzept kämpfen. Dass die ursprüngliche
Rehabilitations-Lösung nicht ausgereift war und die Verantwortlichen
des St. Johanner Bezirkskrankenhauses glaubten, die Gamsstadt
auspressen zu können, erleichterte ihm seinen Protest.

Ab jetzt kann Winkler aber nur noch verlieren. Nicht nur an
Reputation, sondern auch viel Geld. Waren seine Einwände anfangs
berechtigt, so werden seine Argumente mancherorts bereits als
engstirnig bezeichnet. Bewegt sich Winkler nicht, steht er in
absehbarer Zeit alleine da. Das sollte Winkler nicht riskieren, denn
landauf, landab warnen Experten vor einem finanziellen Bauchfleck mit
einer isolierten Unfallchirurgie.

In der ÖVP rauchen die Köpfe, vielleicht gibt es schon in der
heutigen Parteivorstandsitzung eine Annäherung. Denn LH Herwig van
Staa will die leidige Causa Kitzbühel und das tiefe Zerwürfnis
zwischen seinen Stellvertretern, Gesundheitsreferentin LHStv.
Elisabeth Zanon und Winkler, noch im Juni vom Tisch haben. Winkler
wird nicht alles erhalten, was er sich wünscht, Zanon trotz
Rückendeckung von allen Gesundheitsexperten ebenfalls Kompromisse
eingehen müssen. Nur der Preis dafür darf nicht zu hoch sein.

Wenig öffentliches Risiko, Kooperation mit St. Johann und
vielleicht ein privates tagesklinisches Engagement mit Blickrichtung
Unfallchirurgie könnten den Weg aus der Sackgasse weisen. Eine sehr
teure Unfallchirurgie mit 20 bis 25 Betten lässt sich angesichts der
Nähe zu St. Johann aber in Kitz nicht mehr rechtfertigen. Letztlich
muss auch Winkler sparsam und wirtschaftlich im Sinne der Bevölkerung
denken. Einen Nachdenkprozess hat er bereits eingeleitet, jetzt
sollten endlich gemeinsame Taten folgen.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung,
Chefredaktion,
Tel.: 05 04 03 DW 610

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