- 31.05.2007, 10:01:35
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Vorschule: Einfache Massnahme gegen Vererbung von Armut
Die wichtige Fruehfoerderung betrifft nicht nur Kinder mit Bedarf an Sprachfoerderung, sondern allgemein Kinder aus sozial schwaecheren Elternhaeusern.
Wien (OTS) - Bei den 4- bis 6 Jährigen haben Kinder aus
armutsgefährdeten Haushalten eine deutlich geringere Betreuungsquote
(57%) gegenüber nicht armutsgefährdeten Kindern (75% Betreuung), so
der aktuelle Armutsbericht. Die wichtige Fruehfoerderung betrifft
nicht nur Kinder mit Bedarf an Sprachfoerderung, sondern allgemein
Kinder aus sozial schwaecheren Elternhaeusern.
http://www.armut.at/Kindergarten%20und%20Schulbesuch.doc
Die Armutskonferenz erinnert an die PISA Auswertung: Von den zehn
Prozent, die beim Lesen in Österreich am schlechtesten abgeschnitten
haben, kommen mehr als zwei Drittel (68%) aus deutschsprachigen,
österreichischen Familien. Rund 14 Prozent der Schüler mit
Migrationshintergrund erreichten sogar die beiden höchsten
Leistungsstufen. Ganze 45 Prozent lagen im Durchschnitt aller
getesteten 15jährigen. Das heißt. 59% der Migranten lesen gleich gut
oder besser als der Durchschnitt der Schüler deutscher Muttersprache.
Hier ist nicht der ethnische, sondern der sozioökonomische
Hintergrund bestimmend.
"Die Zeit zwischen 3 und 6 Jahren birgt große Chancen sozial
benachteiligte Kinder spielerisch und individuell zu fördern.", so
Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk und Sprecher der
Armutskonferenz.
"Eine gute integrative Kinderpädagogik ist in dieser Phase ein
schützender und stärkender Faktor für das Selbstbewußtsein der
Kinder.
Und hilft die in den Kindern angelegten Möglichkeiten spielerisch
zu entfalten." Aus der Armutsforschung wissen wir: "Die Zeit zwischen
3 und 6 Jahren ist ein "Window of Opportunity", um mit einfachen
Massnahmen etwas gegen die Vererbung von Armut zu tun.", so Schenk.
"Wichtig ist eine integrative Pädagogik, die sowohl mit
behinderten Kindern, als auch mit sozial benachteiligten Kids als
auch mit Sprachen so umzugehen weiß, dass alle profitieren." Und:
"Der Kindergarten muss für Niedrigstverdiener leistbar sein."
Insgesamt leben 96 000 Kinder und Jugendliche in "manifester
Armut". 270 000 sind "armutsgefährdet. Armut ist konstant hoch. Die
Vergleichszahlen zum letzten Jahr liegen alle in der statistischen
Schwankungsbreite.
Rückfragehinweis:
DIE ARMUTSKONFERENZ. -
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung.
www.armutskonferenz.at
Rückfragen Medien: 01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54
Kooridnationsbüro: 01/ 402 69 44
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