• 12.12.2006, 12:03:51
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Bayr bei ZUK-Diskussion: Menschenrechte werden verletzt, wo Armut herrscht

Umfassende Entwicklungshilfe liegt im eigenen Sicherheitsinteresse

Wien (SK) - "Eine Milliarde Menschen müssen mit weniger als einem
US-Dollar pro Tag überleben und 800 Millionen hungern. Und dies alles
nicht, weil es zuwenig gibt, sondern weil die Ressourcen falsch
verteilt sind", bemerkte die entwicklungspolitische Sprecherin der
SPÖ, Petra Bayr, am Montag im Rahmen der Podiumsdiskussion
"Armutsbekämpfung - Menschenrechtspolitik für eine gerechtere Welt?"
in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte. "Menschenrechte werden vor
allem dort verletzt, wo Armut vorherrscht", so Bayr weiter. Um diesen
Trend zu stoppen müsse endlich mehr in die Armutsbekämpfung
investiert werden und auch Österreich sei gefordert, einen größeren
Fokus auf die Entwicklungspolitik zu legen. So müssten die Mittel für
Entwicklungshilfe aufgestockt werden, um endlich 0,7 Prozent des BIP
zu erreichen und es brauche eine alle Politikbereiche umfassende
kohärente Politik. ****

"Das Bruttoinlandsprodukt der 48 ärmsten Staaten ist kleiner als
das Vermögen der drei reichsten Menschen und 20 Prozent der
Weltbevölkerung verbrauchen 86 Prozent der Güter", so dokumentierte
die SPÖ-Abgeordnete die Verteilungsungerechtigkeit. Überdies würde
weltweit ein Vielfaches für Rüstung ausgegeben als für
Entwicklungshilfe. "Gerechte Verteilung ist machbar, aber sie muss
politisch gewollt werden", konstatierte Bayr. Es müsse endlich
klargemacht werden, dass Entwicklungshilfe im eigenen Interesse
liege, denn nur so könne auch Sicherheit gewährleistet werden.
Weltweit habe man sich mit den Milleniumsentwicklungszielen einiges
vorgenommen, doch würden Experten jetzt schon sagen, dass die
Halbierung der Armut bis 2015 nicht gelingen werde.

Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion um Armutsbekämpfung
nicht vergessen werden dürfe, sei die Umweltpolitik, betonte die
SPÖ-Politikerin. Laut Schätzungen der UNO sei 2010 mit rund 50
Millionen Umweltflüchtlingen zu rechnen. "Die Boote, die jetzt auf
Lampedusa landen, sind nur kleine Vorboten. Wenn wir nicht einen
radikalen Wandel vollziehen, werden wir in wenigen Jahren mit
Ozeandampfern konfrontiert sein", prognostizierte Bayr. Auch müsse
man endlich einsehen, dass kein Gesetz der Welt die Menschen davon
abhalten werde, vor der Armut zu fliehen. (Schluss) sw

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

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