• 19.11.2004, 12:24:17
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  • OTS0174 OTW0174

Weiterhin Konflikt um Bericht über Fasanzucht von Rauch-Kallat

Verein Gegen Tierfabriken verlangt Richtigstellung von ProSieben Austria

Wien (OTS) - ProSieben Austria hatte am 15. November berichtet,
dass 1000e Fasane mit nur einem einzigen Ziel gezüchtet würden, als
"Kanonenfutter" für die Jagdgesellschaft der Ministerin Rauch-Kallat
zu dienen.In diesem Bericht wird der Obmann des Verein Gegen
Tierfabriken VGT, Dr. Martin Balluch, ausschließlich mit folgenden
Worten zitiert: "Maria Rauch-Kallat und ihr Mann verlangen Euro12.800
pro Tag von den Jägern, von Schützen, die also herkommen und dann 400
zahme Fasane vor die Nase gesetzt bekommen, um sie abzuschießen."

Trotz der belegbaren Wahrheit dieser Aussagen, verkündete der
Sender auf Druck der Ministerin Rauch-Kallat am nächsten Tag: "Dieser
Bericht entspricht absolut nicht den Tatsachen". Weiters behauptete
der Sender, Dr. Balluch hätte "mittlerweile zugegeben, dass das
gesendete Videomaterial nicht auf dem Anwesen des Ehemanns der
Ministerin aufgenommen wurde". Wörtlich folgt: "Herr Dr. Balluch hat
weiters zugegeben, dass seine Aussagen nicht der Wahrheit
entsprechen". In einer gestrigen Aussendung behauptet ProSieben
Austria, dass sie von Dr. Balluch Videomaterial mit der Versicherung
bekommen hätten, dass es in der Fasanenzucht der Ministerin
aufgenommen worden wäre.

Dr. Balluch dazu: "Diese Behauptungen sind vollkommen falsch. Die
Story war, dass in Österreich Fasane extra gezüchtet werden, nur um
als lebende Zielscheiben zu dienen und dass sich auch die zukünftige
Tierschutz-Ministerin und ihr Mann an diesem unglaublichen
Tiermissbrauch beteiligen. Zur Veranschaulichung habe ich dem Sender
Videomaterial und Fakten über Fasanenzucht in Österreich generell
übergeben, sowie im Jagdgebiet der Ministerin mit dem Filmteam von
ProSieben Austria gefilmt. Es wurde ganz deutlich kommuniziert,
welches Material von wo stammt. Dafür wurden extra separate
Factsheets übergeben, eines über Fasanenzucht in Österreich und eines
über die spezielle Fasanenzucht der Ministerin, jeweils mit Foto- und
Videomaterial. Dasselbe Package wurde auch anderen JournalistInnen
übermittelt. Dem ProSieben Austria Filmteam war das auch mit
Sicherheit bewusst, immerhin war ich ja persönlich mit dem Team vor
Ort bei 3 Fasanerien im Jagdgebiet der Ministerin."

Dr. Balluch weiter: "Nach Ausstrahlung der Sendung wurde ich am
16. November unter dem Vorwand in das ProSieben Austria Studio
gelockt, dass sie noch ein Interview aufnehmen wollten. Bei Betreten
des Studios wurde ich von Geschäftsführer Brandstätter und
Programmleiter Schubert gefragt, ob alles Videomaterial des VGT von
Fasanerien der Ministerin stamme, was ich sofort wahrheitsgemäß
verneinte. Ich hatte auch nie Gegenteiliges behauptet. Dass der
Sender daraufhin öffentlich den Text ausstrahlt, ich hätte
'mittlerweile zugegeben', dass das Videomaterial nicht von den
Fasanerien der Ministerin wäre, und 'weiters zugegeben, dass [meine]
Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen', ist eine unglaubliche
Unterstellung. Programmleiter Schubert nennt seine Sendung seriös’
und legt mir gleichzeitig unabgesprochen Worte in den Mund, die ich
nie gesagt habe. Selbst wenn er meinen würde, ich hätte die
Unwahrheit gesagt, ist es eine Diffamierung zu behaupten, ich würde
das auch so sehen. Bei einem Anruf gab Herr Schubert mir gegenüber
persönlich an, diesen Text von Herrn Brandstätter bekommen und ohne
ihn zu überprüfen gesendet zu haben, mit der Annahme, ich hätte mich
entschuldigt."

"Wenn sich der Sender weigert, diese Diffamierung öffentlich
richtigzustellen, werden wir umgehend Klage einreichen. Der VGT
arbeitet seit vielen Jahren sehr gut mit den Medien zusammen. Wir
haben immer verlässliche Informationen und gutes Material geliefert.
Ich habe bisher trotz jahrzehntelanger Medienarbeit noch keine
einzige Klage wegen Verleumdung verloren. Unter dem Druck von
Ministerin Rauch-Kallat und der Jagdlobby hat ProSieben Austria
offenbar einen Schuldigen gesucht, unter der irrigen Annahme, kleine
Tierschutzvereine als Fußabstreifer missbrauchen zu können. Da haben
sie aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht", meint Dr. Balluch
abschließend.

OTS0174    2004-11-19/12:24

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF

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