• 22.06.2011, 12:47:51
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AKH und MedUni Wien eröffnen neue Möglichkeiten für HIV- und AIDS PatientInnen - BILD

Im Bild (vlnr): Theresa Wollenek-Zeiner (Pflegedirektion AKH), Michael Felli (Ärztliche Direktion AKH), Armin Rieger (Bereichsleitender Oberarzt), Stadträtin Sonja Wehsely, Georg Stingl (Leiter Klinische Abteilung für Immundermatologie und infektiöse Hautkrankheiten), Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos.

Wien (OTS) - Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, MedUni Wien
Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos und AKH-Direktor Reinhard Krepler
präsentierten heute, Mittwoch, 22. Juni 2011, den neu errichteten
Bereich "4 Süd" am AKH Wien. Die Räumlichkeiten dieser österreichweit
größten Betreuungseinrichtung für HIV- und AIDS-Kranke vereinen in
einem neuartigen Konzept Ambulanz, Tagesklinik, Bettenstation und
wissenschaftliche Forschung.

In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten von
HIV/AIDS massiv verbessert. Führte die Immunschwäche anfangs rasch
zum Tod, wurde sie aufgrund intensiver medizinischer Forschung zu
einer heute sehr gut behandelbaren chronischen Krankheit.
Entsprechende medizinische Versorgung und Betreuung vorausgesetzt,
haben HIV/AIDS-Infizierte heute eine gute Lebensqualität und
Lebenserwartung. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der behandelten
PatientInnen drastisch. Waren es am AKH Wien im Jahr 2003 noch 457,
stieg diese Zahl bis 2010 um mehr als das Doppelte auf 1.113
PatientInnen an, das ist knapp ein Drittel aller in Österreich
behandelten HIV/AIDS-PatientInnen. Im Schnitt behandelt das AKH Wien
heute täglich 40 bis 50 Personen mit der Immunschwäche-Krankheit.

Neuartiges Konzept für höchste Behandlungsqualität

Als Antwort auf die veränderten Anforderungen bei der Behandlung
und die stark steigende Zahl an PatientInnen folgt die neue
Einrichtung einem für MedUni Wien und AKH Wien neuartigen Konzept,
das Ambulanz, Tagesklinik, Bettenstation und wissenschaftliche
Forschung an einem einzigen Ort miteinander verbindet. Denn wie keine
andere Krankheit erfordert die Behandlung von HIV/AIDS die intensive
Zusammenarbeit unterschiedlichster medizinischer Fachrichtungen,
weshalb die bewährte Trennung von Ambulanz und Bettenstation erstmals
aufgegeben wurde. Lag das Augenmerk bislang eher auf der stationären
Betreuung, hat die neue Einrichtung nun insbesondere die beiden
Bereiche Ambulanz und Tagesklinik im Fokus, welche auch zwei Drittel
der Fläche beanspruchen. Die vormals 23 Betten wurden auf 10 Betten
reduziert (6 IMC = intermediate Care). Besonders infektionsgefährdete
PatientInnen können in einem Isolierzimmer mit Druckschleuse
behandelt werden.

Österreichisches HIV/AIDS-Forschungszentrum im Spitzenfeld

Ebenso an der Spitze wie bei der Behandlung steht das neue
HIV-/AIDS-Zentrum im Bereich der Forschung. Aktuell führt die MedUni
Wien hier zehn nationale und internationale wissenschaftliche Studien
durch, die sich mit der Erforschung und Behandlung von HIV/AIDS
auseinandersetzen. Intern nimmt die neue Betreuungseinrichtung auch
im wissenschaftlichen Bereich eine Netzwerkfunktion ein, kooperiert
mit den unterschiedlichsten Fachrichtungen an anderen Kliniken und
theoretischen Instituten und schlägt damit eine Brücke zwischen
Forschung und klinischer Betreuung.

Frühambulanz für Berufstätige

Für die PatientInnen sticht aus dem Angebot der neuen Einrichtung
- neben der leistungsfähigen Tagesklinik - vor allem die sogenannte
Frühambulanz heraus. Sie öffnet jeden Dienstag bereits um 7 Uhr ihre
Türen. Der Grund: Immer mehr PatientInnen gehen trotz ihrer
Erkrankung einer geregelten Arbeit nach. Laut einer aktuellen
Befragung unter den betreuten PatientInnen geben mehr als 50 Prozent
dieser PatientInnen an, durch HIV/AIDS im beruflichen Alltag nicht
eingeschränkt zu sein. Die Frühambulanz ermöglicht diesen
PatientInnen, Leben, Beruf und Behandlung noch besser miteinander
vereinen zu können.

Nach wie vor problematisch: Fast die Hälfte der PatientInnen sind
"Late Presenter"

Bei allem Fortschritt in der Behandlung von HIV/AIDS ist ein Wert
gleichbleibend hoch. Der Anteil der so genannten "Late Presenter"
(mit HIV infizierte Personen, die erst spät diagnostiziert werden
bzw. spät Hilfe und Behandlung suchen) bleibt seit dem Jahr 1995 in
etwa gleich. Derzeit liegt ihr Anteil in Wien bei ca. 46 Prozent.
Durch den unvermindert hohen Anteil dieser PatientInnen konnte am
neuen HIV-/AIDS-Forschungs- und Therapiezentrum der stationäre
Bereich zwar zugunsten der ambulanten Betreuung verkleinert werden,
der Intensivbereich blieb jedoch mit sechs Betten gleich groß.

Therapietreue eine Hauptvoraussetzung für erfolgreiche
HIV/AIDS-Behandlung

Als chronische Erkrankung erfordert HIV/AIDS eine engmaschige
Betreuung. Gerade die Therapietreue - also die kontinuierliche,
ununterbrochene Behandlung - ist deshalb einer der wichtigsten
Faktoren für die erfolgreiche Behandlung von HIV/AIDS. Im Zuge eines
solchen umfassenden Gesundheitsmanagement lassen sich durch aktive
und intensive Präventionsarbeit auch frühzeitig Folgeerkrankungen wie
Krebs, koronare Herzerkrankungen, andere Infektionskrankheiten und
Osteoporose erkennen beziehungsweise vermeiden.

Neben dem individuellen medizinischen Nutzen leistet eine
erfolgreiche Behandlung der HIV Infektion einen wichtigen Beitrag zur
HIV Prävention: Je geringer die HI-Viruslast eines Patienten bzw. in
einer Population, desto geringer ist das von dieser Person/Kollektiv
ausgehende HIV Transmissionspotential. So kann zum Beispiel bei einer
Schwangerschaft das Risiko einer Mutter-Kind-Übertragung auf weniger
als ein Prozent reduziert werden.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Mag. Johannes Angerer
   Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising 
   Medizinische Universität Wien 
   Tel.: +43 1 40 160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   [email protected]
   www.meduniwien.ac.at/publicrelations
   
   Karin Fehringer, MBA
   Leiterin Informationszentrum und PR
   Direktion der Teilunternehmung AKH Wien
   Tel.: 01/ 40 400 1216
   E-Mail: [email protected]
   www.akhwien.at
   
   Mag. Michael Eipeldauer 
   Mediensprecher Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely 
   Tel.: +43/1/4000/81 231 
   Fax: +43/1/4000/99 81 231 
   E-Mail: [email protected]

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