- 06.10.2009, 13:44:14
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Ditz: Kapitalmarktstudie beweist Notwendigkeit von Neuausrichtung von Kontrolle, Aufsicht und Rahmenbedingungen
Zentrum für soziale Marktwirtschaft: Startschuss für neue Kapitalmarktregeln muss jetzt erfolgen

Wien (OTS) - Der Präsident des Zentrums für soziale
Marktwirtschaft, Dr. Johannes Ditz, forderte bei der heutigen
Präsentation einer aktuellen Kapitalmarkstudie eine Wiederherstellung
des Vertrauens der Anleger, eine Neuausrichtung der
Aufsichtsbehörden, sowie eine neue Verantwortungskultur im
Börsenumfeld: "Die von führenden Fachleuten erhobene Studie stellt
eine fundierte Standortbestimmung, sowie den Beweis der Notwendigkeit
eines funktionierenden Kapitalmarkts für die Volkswirtschaft, dar."
Die Finanzkrise mit ihren Auswirkungen hat drei Dinge bewirkt:
Sie hat das Vertrauen der Anleger vieler Anleger erschüttert, vor
allem jener, die mit dem Instrumentarium wenig vertraut waren.
Sie hat national und international gravierendes Fehlverhalten von
Akteuren und strukturelle Schwächen (Aufsichtsbehörde) offengelegt.
Sie hat aber auch die Notwendigkeit eines funktionierenden
Kapitalmarkts im Sinne: Eigenkapital ist Krisensicherheit, als
Alternative zur Bankenfinanzierung deutlich gemacht.
Ditz: "Wenn Österreich seine Wachstumschancen nützen will, genügt es
nicht, "das Sterben" großer Unternehmen zu verhindern, sondern es
gilt "das Werden" auf breiter Basis zu ermöglichen. Dazu braucht
Österreich einen leistungsstarken Kapitalmarkt, den die Anleger
verstehen und dem Sie vertrauen."
Aus der Studie lassen sich 7 Punkte für einen erfolgreichen Neustart
der Kapitalmärkte ableiten:
1. Die Stellung und Information der Anleger ist grundlegend zu
verbessern.
2. Die Finanzmarktaufsicht muss intern zu neuer Qualität und extern
zu neuer Autorität verbunden mit klaren Kontrollbefugnissen kommen.
3. Die corporate governance Kommission ist Institutionell zu stärken.
Sie hat auch eine Bewusstseins- und Bildungsfunktion zu erfüllen.
4. Die in dieser Studie aufgezeigten Interessenkonflikte und
Unvereinbarkeiten sind zu prüfen und legistisch zu beseitigen. (Börse
ist Marktteilnehmer und nicht Aufsichtsorgan - Verhältnis
FMA/Notenbank)
5. Die Schlusslichtposition Österreichs betreffend enforcement in den
Bereich Rechnungslegung und Abschlussprüfung ist durch adäquate
Umsetzung der EU - Richtlinie zu beseitigen. Das AFRAC Komitee ist in
seiner Stellung und Legitimation aufzuwerten. (Vorschläge mit
Verpflichtungscharakter).
6. Kompetenz und Know how der Rechtssprechung bei Verletzung der
Kapitalmarktregeln ist grundlegend zu erhöhen.
Der Strafrahmen für Kapitalmarktrechtliches Fehlverhalten ist neu zu
fassen.
"Bilanzfälschung ist kein Kavaliersdelikt sondern Betrug am Anleger"
(Ditz).
7. Die sichtbar gewordenen Schwächen und Fehler beim Aufbau einer
Kapitalgestützten Altersvorsorge sind durch geeignete Reformmaßnahmen
(Transparenz/standardisierte Produkte etc.) zu beseitigen. Die
Stärkung und Umwandlung der betrieblichen Mitarbeitervorsorge in
betriebliche Pensionskassen ist
zu prüfen.
Der Präsident des Zentrums für soziale Marktwirtschaft abschließend:
"Mit der vorliegenden Studie soll die dringend notwendige
Reformdiskussion zum österreichischen Kapitalmarkt nicht
vorweggenommen sondern begonnen werden. Mit dem klaren Ziel: neues
Vertrauen und neue Qualität im österreichischen Kapitalmarkt zu
schaffen."
Weitere Informationen finden zur Studie und zum Zentrum für soziale
Marktwirtschaft finden Sie unter: www.juliusraabstiftung.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
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