- 20.11.2007, 10:30:44
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Beweisfilme: Jäger haben tatsächlich Tierschützer geschlagen!
VGT reagiert auf Aussagen von Polizei und Bezirksjägermeister, es habe keine Handgreiflichkeiten gegeben: auf einem Auge blind

Wien (OTS) - Zu den Vorwürfen des Verein Gegen Tierfabriken gegen
die Jägerschaft, dass letzten Sonntag bei einer Treibjagd südlich von
Zurndorf im Burgenland einige Jäger Tierschützer attackiert, durch
Schüsse gefährdet, mit der Waffe bedroht und eine Kamera beschädigt
haben, antworteten die lokale Polizei und der Bezirksjägermeister
laut Medienberichten, es habe keine Tätlichkeiten gegeben. Abgesehen
davon hätten die Tierschützer provoziert.
Dazu legt der VGT jetzt Beweisfilme vor, die zwei Angriffe von
Jägern auf Tierschützer zeigen. In einem Film greifen 2 Jäger einen
Tierschützer an. Einer beschädigt seine Kamera, der andere schlägt
den Tierschützer und beschimpft ihn auf primitivste Weise, während
der Tierschützer passiv bleibt. Im zweiten Film sieht man, wie ein
Jäger sein Gewehr niederlegt und einen Tierschützer von hinten
angreift, zu Boden wirft und auf ihn einprügelt. Wie umstehenden
Jägern klar wurde, dass diese Szene gefilmt wurde, greifen sie den
Kamermann an, um ihm seine Kamera zu entreißen. Auch er wird zu Boden
geworfen und geschlagen und getreten. Die Kamera lässt er dabei
weiterlaufen, schützt sie aber mit seinem Körper davor, von den
Angreifern geraubt zu werden.
Zu den Filmen: http://vgt.at/presse/news/2007/news20071120_J.php
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch kommentiert: "Diese Szenen zeigen
das wahre Gesicht der Jagd. Derartig primitive Ausbrüche roher
Brutalität, die darauf ausgerichtet ist, feinfühlige, sich selbstlos
für Tiere einsetzende Menschen zu schlagen, zu verletzen und zu
beleidigen, können nicht mit dem Hinweis auf Provokation
gerechtfertigt werden. Auf beiden Filmen ist auch keinerlei
Provokation seitens der Tierschützer erkennbar. Schlagen die Jäger
auch ihre Frauen, wenn sie sich durch sie provoziert fühlen?
Provokation kann doch nicht für derartig gewalttätige Angriffe als
Rechtfertigung dienen! Auch die Jägerschaft wird endlich aufwachen
müssen und erkennen, dass wir in einer Demokratie leben, in der eine
andere Meinung zu vertreten und auch in Protesten zu äußern,
verfassungsmäßig geschützt ist - auch wenn dabei kleinere
Verwaltungsgesetze übertreten werden!"
Und DDr. Balluch weiter: "Im selben Jagdgebiet wurden erst
kürzlich völlig illegale Fasanerien aufgedeckt. Die Verantwortlichen
dieses Jagdgebiets züchten also illegal Tiere, um sie abknallen zu
können. Das ist die Art von Mensch, mit der wir es hier zu tun haben.
Der Schritt von gesetzwidriger Tierquälerei zu Gewalttaten an
Menschen ist sehr klein, wie bei diesem Vorfall wieder deutlich
wurde. Unvoreingenommene Beobachter werden davon nicht überrascht
sein. Wenn wir in einer zivilisierten Demokratie leben wollen, dann
dürfen wir nicht weiter dulden, dass Menschen dieser Mentalität mit
Waffen durch unsere Landschaft streifen. Die Strafdelikte der
Körperverletzung, gefährlichen Drohung, Sachbeschädigung, Nötigung
usw. müssen jetzt energisch gerichtlich verfolgt werden. Leider
erleben wir immer wieder, dass lokale Behörden trotz offensichtlicher
Gesetzesüberttretungen tatenlos zusehen. Die Jagd hat Einfluss bis in
die höchsten Kreise. Wir können nur hoffen, dass angesichts unserer
Beweise der Rechtsstaat über die Protektion siegt, und die Täter eine
Strafe bekommen, die für Folgetäter abschreckend wirkt. Ansonsten ist
es nicht unwahrscheinlich, dass über kurz oder lang in Österreich ein
Tierschützer von Jägern umgebracht wird. In England ist das bereits 3
Mal (!) geschehen - William Sweet 1976, Mike Hill 1991 und Tom Worby
1993!"
Bild(er) zu dieser Meldung finden Sie im AOM/Original Bild Service,
sowie im APA-OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, Tel. 0676 7203954, Email [email protected]
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