- 29.06.2011, 10:00:31
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Ludwig Boltzmann Institut Lungengefäßforschung als Clinical Research Center
Leiterin Andrea Olschewski: "Ein Katalysator für die Verbindung von präklinischer Spitzenforschung und klinischer Medizin" - Eröffnungsfeier am 30. Juni in Graz
Wien (OTS) - Seit einem Jahr erforscht das Ludwig Boltzmann
Institut (LBI) Lungengefäßforschung Erkrankungen von Lungengefäßen
und besonders den gefährlichen Lungenhochdruck. So fällt die
Eröffnungsfeier gleich mit dem ersten Geburtstag zusammen: am 30.
Juni in der Kasematten am Grazer Schlossberg.
Das LBI, eines von drei aus der letzten Ausschreibung der Ludwig
Boltzmann Gesellschaft (LBG) hervorgegangenen Institute, erforscht
die Entwicklung der Lungengefäße, die sämtliches Blut des Körpers im
Minutentakt durch die Lunge transportieren. Wenn diese Gefäße
erkrankt sind, entwickelt sich ein Lungenhochdruck. Ein schwerer
Lungenhochdruck kann unbehandelt binnen weniger Monate zum Tod
führen. Lungenhochdruck tritt häufig als Komplikation von Herz- oder
Lungenerkrankungen auf und bedeutet eine eingeschränkte Prognose.
Lungenhochdruck ist eine heimtückische Krankheit, weil äußerliche
Krankheitszeichen fehlen und die Diagnose schwierig ist. Wird diese
dann endlich gestellt, sind die Therapieergebnisse unbefriedigend.
Problematisch ist auch, dass es nur für weniger als die Hälfte aller
Betroffenen eine zugelassene Therapie gibt, während den anderen
Patienten keine etablierten Therapien zur Verfügung stehen.
Was sind die Schwerpunkte des LBI Lungengefäßforschung?
Die wissenschaftliche Arbeit gliedert sich in vier große Bereiche
mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Zwei Bereiche konzentrieren sich
auf die Erforschung neuer molekularer Signalwege und Mechanismen, die
für die Entstehung der Krankheit verantwortlich sind und entwickeln
Methoden, um Medikamente möglichst gezielt zum Wirkort zu bringen.
Dabei werden neue Techniken entwickelt, bei denen die
Nanotechnologie kombiniert mit neuen Inhalationsverfahren zum Einsatz
kommt.
Ein weiterer Bereich sucht nach einfachen und zugleich schonenden
Methoden, um die Diagnose früher stellen zu können. So werden
modernste radiologische Techniken zu dem Zweck optimiert, den
Blutfluss in den Lungengefäßen zu messen. Der klinische Bereich
konzentriert sich auf Früherkennung und Frühdiagnostik von
Lungenhochdruck beispielsweise mit Hilfe von Biomarkern. Dadurch soll
die Erkrankung früher erkannt und die Prognose verbessert werden.
Neue diagnostische Werkzeuge sollen die Leistungsfähigkeit und
Lebensqualität der Betroffenen erhalten..
Was unterscheidet das LBI Lungengefäßforschung von anderen
Instituten?
Die Besonderheit und Stärke des LBI ist die "gelebte
translationale Medizin", so die Leiterin des LBI, Andrea Olschewski.
Das heißt, dass alle Bereiche zwischen der molekularen und der
klinischen Medizin besetzt sind. Zur Erreichung dieser Ziele arbeitet
ein interdisziplinäres Team aus Grundlagenforschern und klinischen
Ärzten in einem Zentrum zusammen. "Das LBI ist dadurch ein
Katalysator für die Verbindung von präklinischer Spitzenforschung und
klinischer Medizin", so Olschewski weiters.
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft als Trägerorganisation
Das LBI wurde nach einem internationalen Peer-Review-Verfahren
durch die LBG gegründet und wird von der LBG maßgeblich finanziert.
Es ist, neben dem LBI Klinisch-Forensische Bildgebung, das zweite
medizinische Institut in Graz. Mag. Claudia Lingner,
Geschäftsführerin der LBG: "Beide LBI passen sehr gut in unser
Profil, das auf die Wechselwirkung von Grundlagenforschung und
klinisch relevanter Forschung fokussiert. Besonders das LBI
Lungengefäßforschung ist ein Clinical Research Center, das unserem
Konzept entspricht".
Standort des LBI für Lungengefäßforschung ist die Medizinische
Universität Graz, die auch als Partnerin des LBI fungiert.
Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität
Graz: "Das LBI für Lungengefäßforschung stellt eine weitere Stärkung
des Forschungsprofils der Medizinischen Universität Graz dar. Es
befasst sich mit einer wichtigen Erkrankung, deren Bedeutung erst in
den letzten Jahren zunehmend erkannt worden ist. Die Aktivitäten des
LBI reichen von der Grundlagenforschung bis zur klinischen Anwendung.
Ganz besonders wichtig ist auch die Verbindung zur forschenden
Industrie, was auch für den Wirtschaftsstandort Steiermark von
Bedeutung ist".
Weitere namhafte und international erfahrene Partner sind Bayer
Health Care und der deutsche Medizintechnikhersteller NEBU-Tec, sowie
die Österreichische Akademie der Wissenschaften.
Andrea Olschewski: "Ich freue mich über die Einrichtung dieses
LBI, weil wir dadurch die Chance verbessern, Patienten mit
Lungenhochdruck in der Zukunft zu heilen. Wir müssen in die
Wissenschaft und Entwicklung einfach mehr investieren, rein
materiell, aber auch ideell. Ich bin überzeugt, dass diese
nachhaltige Investition ein ganz wesentliches Zukunftskapital unserer
Gesellschaft ist.
Eröffnungsfeier Ludwig Boltzmann Institut Lungengefäßforschung Datum: 30.6.2011, um 17:00 Uhr Ort: Kasematten am Schlossberg, 8010 Graz
Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dr. Andrea Olschewski
Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung,
Professorin für Experimentelle Anästhesiologie
Tel: +43 (0) 316 385 72057; Email: [email protected]
www.lbg.ac.at
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