• 18.02.2011, 10:00:13
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Einladung ins Ludwig Boltzmann Institut für Neulateinische Studien: Eröffnungsfest am 1. März 2001 in Innsbruck

Wien (OTS) -

- Welchen Beitrag hat die neulateinische Literatur zur Herausbildung
des modernen Europas geleistet?
- Das LBI will neulateinische Literatur als eigenständige
Forschungsdiziplin etablieren

Ohne die neulateinische Literatur gäbe es das heutige Europa in
dieser Form nicht - so lautet die These des ForscherInnen-Teams um
den klassischen Philologen PD Dr. Stefan Tilg, Leiter des neuen
Ludwig Boltzmann Instituts für Neulateinische Studien (LBI) mit Sitz
an der Universität Innsbruck. So wird sich das LBI für Neulateinische
Studien der bisher unzulänglich erforschten lateinischen Literatur
seit der Renaissance widmen, die u.a.Politik und Religion wesentlich
beeinflusst hat.

Drei Forschungsschienen: Politik, Religion, Mentalitätsgeschichte

Die lateinische Literatur ist nicht nur auf die legendären "alten
Römer" beschränkt. Auf die klassische Epoche folgten die
mittellateinische Phase bis etwa 1500 n. Chr. Neulateinische
Literatur beginnt mit den Werken des Frühhumanismus in der ersten
Hälfte des 14. Jahrhunderts, doch wurden noch bis ins späte 15.
Jahrhundert auch Werke verfasst, die zur mittellateinischen Literatur
gehören.

Von der mittellateinischen Literatur unterscheidet sich die
neulateinische dadurch, dass sie sich strikt an den antiken
Vorbildern orientiert, insbesondere am Schrifttum aus der Epoche der
"Goldenen Latinität" (u.a. Cicero, Vergil, Horaz). Den Wortschatz und
die Syntax dieser Vorbilder erhoben die Humanisten zu einer
verbindlichen Norm. Der Begriff "neulateinisch" meint kein neues
Latein, sondern die konsequente Rückkehr zu einer bestimmten Stufe
der antiken Latinität.

Das neue Ludwig Boltzmann Institut erforscht das weiträumige und
bisher schlecht erschlossene Gebiet der neulateinischen Literatur
ab1350, deren Menge jener der aus der Antike überlieferten
lateinischen Texte bei weitem übersteigt. Anhand ausgewählter
Beispielen aus den drei Bereichen Politik, Religion und
Mentalitätsgeschichte wird das LBI in den nächsten sieben Jahren
zeigen, dass die neulateinische Literatur maßgeblich an der
Entwicklung des vormodernen Europas beteiligt und damit eine
Bedingung für unsere heutige Welt war. Die ersten konkreten Projekte
beschäftigen sich mit der Bedeutung des Lateinischen im
Vielvölkerstaat der Habsburger, dem lateinischen Jesuitendrama im 18.
Jahrhundert und der "Entdeckung der Berge" als Orte des Genusses und
gesteigerten Lebensgefühls in lateinischen Texte des 16.
Jahrhunderts.

Partner des LBI sind die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck,
die deutsche Albert-Ludwig-Universität Freiburg, der Pontificio
Comitato di Scienze Storiche im Vatikan und die Österreichische
Nationalbibliothek. Dem europäischen Charakter der zu erforschenden
Literatur wollen die Neulateiner auch dadurch gerecht werden, dass
neben der Zentrale in Innsbruck Außenstellen in Wien, Freiburg und
Rom eingerichtet werden.

Dritte Ausschreibung der Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Insgesamt waren 47 Anträge zur Gründung neuer Ludwig Boltzmann
Institute im Jänner 2009 bei der Ludwig Boltzmann Gesellschaft LBG
eingegangen. Davon wurden nach Begutachtung von internationalen
ExpertInnen zehn KandidatInnen eingeladen, Langanträge ihrer Konzepte
auszuarbeiten. Eine Jury beurteilte diese und empfahl dem Vorstand
der Ludwig Boltzmann Gesellschaft schließlich sechs Anträge zur
Umsetzung

Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine
private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich
und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und
kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Seit einer umfassenden
Organisationsreform 2002 werden Ludwig Boltzmann Institute (LBI)
aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem
Begutachtungsverfahren eingerichtet. Ein besonderes Merkmal von
Ludwig Boltzmann Instituten ist die Kooperation mit
Partnerorganisationen.

Einladung zur Eröffnungsfeier ins Ludwig Boltzmann Institut für
Neulateinische Studien

 Es sprechen:
 - DI Dr. Bernhard Tilg, Landesrat der Tiroler Landesregierung
 - Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin der LBG
 - Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle, Rektor der Leopold-Franzens
   Universität Innsbruck
 - Univ.-Prof. DDr. Johannes Rainer, Vorsitzender d.
   Universitätsrates der Leopold-Franzens Universität Innsbruck
 - Univ.-Prof. Dr. Ivo Hajnal, Vorsitzender des Senates der
   Leopold-Franzens Universität Innsbruck
 
 Vorstellung des Institutes durch: PD Dr. Stefan Tilg, Direktor,
 Univ.-Prof. Dr. Martin Korenjak, Key-Researcher, Ass.-Prof. Dr.
 Floria Schaffenrath, Key-Researcher

 Datum:   1.3.2011, um 18:00 Uhr
 Ort:     Zentrum für alte Kulturen der Universität Innsbruck
          Langer Weg  11, 6020 Innsbruck

Rückfragehinweis:
LBI für Neulateinische Studien
Ass.-Prof. Dr. Florian Schaffenrath
[email protected]
Tel +43 (0) 512 507 37605

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