- 28.10.2010, 08:00:15
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Die Führungskraft als Coach - ein Widerspruch?
Sich und andere im Unternehmen zum Erfolg führen - mit Systemischem Coaching für die Führungspraxis
Wien (OTS) - In den Lehrgängen der bfi Wien Akademie für
(angehende) Führungskräfte geht es neben den fachlichen Inputs vor
allem auch um die Erarbeitung des eigenen
Führungsselbstverständnisses und der Reflexion der Brauchbarkeit von
Führungsstilen. So haben sich z.B. die Teilnehmer/innen des
Diplomlehrganges Management und Führungskompetenz auch mit dem
Rollenverständnis externer versus internem Coach auseinandergesetzt
und sich teilweise schon als Coach im Unternehmen positioniert. Mag.
Susanna Kober, Unternehmensberaterin, Coach, Lehrgangsleiterin an der
bfi Wien Akademie nahm das zum Anlass, den neuen Lehrgang
Systemisches Coaching als Führungsinstrument zu konzipieren.
Als Exkurs zunächst die Aufgabe eines externen Coach: "Ein Coach
kann sich in seiner neutralen Positionierung, in seinem
Selbstverständnis und in seiner professionellen Vorgangsweise in der
Realität des einzelnen Kunden bewegen und sich hauptsächlich mit
dessen persönlichen Interessen und Zielen auseinandersetzen," so
Kober. Die Außensicht und der Rückzug nach dem Coaching-Auftrag sind
die wesentlichen Merkmale der Beratung und Begleitung - ohne
Entscheidungskompetenz.
Widersprechen sich Führen und Coaching?
"Als Führungskraft bekomme ich ein Unternehmensziel vorgegeben oder
habe an der Zielvorgabe mitentwickelt. Ich hole mir im Gespräch mit
dem Team oder einzelnen Mitarbeiter/innen ein Agreement mit den
geplanten Unternehmens-Zielen ein.
Als Coach erarbeite ich Vorteile, Nutzen, Nachteile mit den
Betroffenen, plane die Umsetzung und kommuniziere das Vertrauen in
die Kompetenz und in die Eigenverantwortung. Ich kann mich jedoch
danach nicht wie ein Coach zurückziehen, sondern begleite und
kontrolliere wieder als Führungskraft. Ich bewerte und entscheide,
teilweise werden auch harte Entscheidungen getroffen. Und hier tritt
möglicherweise das innere Dilemma auf: darf ich harte Entscheidungen
treffen mit dem Selbstverständnis als Coach? Ist das mit meinen
Werten und bisherigem Umgang vereinbar oder ein Widerspruch? Wessen
Interessen folge ich? Wie kann ich die verwertende Absicht von
Gesprächsinhalten in meiner Beziehung zu den Mitarbeiter/innen
transparent machen?
Hier baut sich ein Spannungsfeld auf, das nur mit sehr klaren
Vereinbarungen lösbar ist, was den Einsatz, die Absicht und die
Struktur des Coachingprozesses in einer entsprechenden
Organisationskultur betrifft," so Kober.
Systemisches Coaching bedeutet
"dass die spezielle Dreieckskonstellation Organisation -
Führungskraft - Mitarbeiter/innen und die Auswirkung auf Interessen,
Ziele und Bedürfnisse berücksichtigt wird. Die Führungsrealität
schließt Entwicklungen und Veränderungen in der Organisation ebenso
wie phasenspezifische Teamentwicklungen und persönliche oder
aufgabenbezogene Mitarbeiter/innen-Entwicklungen ein. Dabei bieten
Haltung und Menschenbild eines Coach die Orientierung für den Umgang
und die Gestaltung der Kommunikation mit Mitarbeiter/innen," ergänzte
Kober in ihrem Vortrag bei der Personal Austria 2010, Österreichs
größten Networking-Messe für Personalmanager/innen.
Diplomlehrgang Systemisches Coaching für die Führungspraxis
In der Ausbildung geht es vor diesem Hintergrund um
Professionalität in der Gesprächsführung, um Methodenkompetenz wie
z.B. systemische Situationsanalyse, lösungsorientierte und
ressourcenorientierte Fragentechniken oder die Anwendung spezieller
Tools wie die Skalierung von Situationseinschätzungen. " Am stärksten
aber halte ich die Reflexionsfähigkeit für eine für den
Führungserfolg maßgebliche Gabe, die innerhalb einer
Auseinandersetzung mit Coaching und Führung immer wieder gefördert
und angeregt wird. Dazu gehört ebenso eine kritische inhaltliche
Beleuchtung der passenden Qualität der Ausbildung zum Coach, wenn ich
nicht als externer Coach, sondern als Führungskraft mit
Coachingkompetenz im Führungsstil arbeiten will," empfiehlt Kober.
Informationsabend "Die Führungskraft als Coach - ein Widerspruch?"
Diplomlehrgang Systemisches Coaching für die Führungspraxis
(Dauer: 17.12.2010 - 28.5.2011, berufsbegleitend)
Datum: 15.11.2010, um 18:00 Uhr
Ort: bfi Wien Bildungszentrum im Catamaran (U 2 Donaumarina)
Johann-Böhm-Platz (Handelskai 348) 1/B/5.OG, 1020 Wien
Url: www.bfi-wienakademie.atRückfragehinweis:
Mag. Gabriele Masuch, bfi Wien, 1034, Alfred-Dallinger-Platz 1
Tel.: 01/81178/10385, mailto:[email protected], www.bfi-wien.at
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