- 15.06.2010, 12:42:19
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HOSI Wien unterstützt Demo zum Weltflüchtlingstag
Wien (OTS) - "Die HOSI Wien unterstützt - gemeinsam mit mehr als
25 anderen NGOs - die von 'Asyl in Not' initiierte Kundgebung am
kommenden Freitag, 18. Juni, und ruft zur Teilnahme daran auf",
erklärt Obmann Christian Högl. "Denn es muss sichergestellt werden,
dass auch die Menschenrechte von Personen respektiert werden, die
wegen Verfolgung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung um Asyl in
Österreich ansuchen."
"Diese Gelegenheit möchten wir auch dazu nutzen,
Falschinformationen richtigzustellen, die in den letzten Wochen in
Sachen Gewährung von Asyl an verfolgte Homosexuelle verbreitet worden
sind", ergänzt Generalsekretär Kurt Krickler, der sich in den letzten
Jahrzehnten häufig mit dieser Frage sowie einigen konkreten Fällen
beschäftigt hat. "Die in diesem Zusammenhang aufgestellte Forderung,
Österreich möge Homosexualität endlich als Asylgrund anerkennen, ist
obsolet und geht ins Leere. Denn Österreich ist auf diesem Gebiet
sogar international Vorreiter gewesen und hat bereits in den
Erläuterungen zum Asylgesetz 1991 - als eines der ersten Länder der
Welt - Homosexuelle explizit als Angehörige einer bestimmten sozialen
Gruppe (einer der fünf Asylgründe laut Genfer Flüchtlingskonvention)
anerkannt. Dadurch kann im Fall von Verfolgung aufgrund der sexuellen
Orientierung Asyl gewährt werden. Die HOSI Wien hat selbst fünf Fälle
erfolgreich betreut, wobei der erste Fall sogar ins Jahr 1984
zurückreicht. Mit der EU-Asylrichtlinie 2004/83, die im Oktober 2006
Gültigkeit erlangt hat, ist dies übrigens dann auch für die anderen
EU-Mitgliedsstaaten zum Standard geworden." (Vgl. auch unsere
Medienaussendung vom 27. April 2006: http://www.hosiwien.at/?p=293 )
Richtigstellung und Appell
"Natürlich sind die Staaten nicht verpflichtet, allen, die
behaupten, homosexuell zu sein, oder denjenigen, die tatsächlich
homosexuell sind und behaupten, deswegen verfolgt zu werden,
automatisch und ohne Einzelfallprüfung Asyl zu gewähren. Dies erfolgt
ja auch bei AsylwerberInnen aus anderen Gründen nicht", ergänzt
Krickler. "Für die Asylverfahren wäre es aber wichtig, dass alle
seitens der Behörden Beteiligten - inklusive die DolmetscherInnen -
entsprechend Sensibilität und Einfühlungsvermögen gegenüber der
speziellen Situation entwickelten, in der sich Menschen befinden, die
wegen ihrer sexuellen Orientierung aus ihrer Heimat geflüchtet sind.
Unsere Appell an die Asylbehörden ist daher: mehr diesbezügliche
spezifische Schulung und Kenntnisse erwerben über die tatsächliche
Lage von Homosexuellen in den einzelnen Herkunftsländern, damit die
Einzelfallprüfungen dann tatsächlich auch fair und unvoreingenommen
erfolgen."
Ort und Zeitpunkt
Die Kundgebung samt Flüchtlingsfest findet am Freitag, 18. Juni,
um 18 Uhr vor dem Polizeianhaltezentrum Roßauer Lände, Wien 9
(Berggasse) statt.
Flugblatt zum Flüchtlingstag unter:
http://www.hosiwien.at/img/fluechtlingstag2010.pdf
HOSI Wien unterstützt Demo zum Weltflüchtlingstag
Datum: 18.6.2010, um 18:00 Uhr
Ort: Polizeianhaltezentrum (Berggasse)
Roßauer Lände, 1090 WienRückfragehinweis:
Christian Högl, Obmann, Tel. 0699-118 11 038
Kurt Krickler, Generalsekretär, Tel. 0664-5767466
[email protected], www.hosiwien.at
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