- 29.07.2011, 12:01:18
- /
- OTS0099 OTW0099
Experten: Digitale Generation wird zur Herausforderung für Unternehmen
Überdurchschnittliche Mobilität und Vernetzung - Firmen sollten offen gegenüber anderen Sichtweisen sein - Rekrutierung muss soziale Medien miteinbeziehen
Wien (OTS) - Den "digitalen Eingeborenen", die bereits mit
Internet und Handy aufgewachsen sind, werden häufig besondere
Fähigkeiten im Umgang mit neuen Technologien nachgesagt. Wie
Unternehmen mit dieser Generation, der ab Mitte der achtziger Jahre
Geborenen, als Kunden, Bewerber oder Mitarbeiter umgehen sollen und
ob sich diese Gruppe in der digitalen, vernetzten Welt wirklich so
trittsicher bewegt, darüber diskutierten Experten bei einer
Veranstaltung im Rahmen der APA-E-Business-Community gestern,
Donnerstagabend, in Wien.
"Mobilität und Vernetzung" sind für Roland Strilka vom
Marktforschungsinstitut GfK Austria zwei wesentliche Punkte, die die
"digitalen Eingeborenen" beschreiben. Sowohl bei der Nutzung von
sozialen Netzwerken als auch des mobilen Internets liegt diese Gruppe
merklich über dem Durchschnitt der Bevölkerung, strich Strilka bei
der Präsentation von Zahlen aus einer neuen Studie des Instituts
hervor. Außerdem hat das Internet in dieser Altersgruppe als Medium
für tagesaktuelle Neuigkeiten und für Wissensvermittlung dem
Fernsehen den Rang abgelaufen. Statt "mehr oder weniger passiv" zu
konsumieren wird auf aktive Informationsgewinnung gesetzt. "Es ist
sozusagen eine Holschuld für den 'digital Native', sich zu
informieren", erläuterte der Experte.
Alter ist kein Kriterium
Für Chris Budgen vom Beratungsunternehmen diamonddogs ist das
Alter nicht ausschlaggebend. "Wenn sich jemand damit beschäftigt und
auch kritisch auseinandersetzt, kann jeder ein 'digital Native'
sein", meinte Budgen. Die Nutzung von neuen
Kommunikationsmöglichkeiten ist seiner Meinung nach nicht genug. "Nur
weil jemand ein Facebook-Profil hat, zeugt das noch nicht davon, dass
er verstanden hat, wie vernetzte, digitale Kommunikation
funktioniert." Die eigentliche Funktion der sozialen Netzwerke
besteht für ihn nicht im Abbilden des bestehenden Freundes- und
Bekanntenkreises, sondern darin, "weitere Kreise zu ziehen" und neue
Kontakte aufzubauen und aufrecht zu erhalten. "Das ist, glaube ich,
eine Kompetenz, die erlernt werden muss", sagte Budgen.
Für Gerhard Laga von der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) trifft
das "Cloud"-Konzept der digitalen Generation auf die "klassischen,
vorgegebenen Strukturen" der Firmen. Hier seien sowohl Unternehmen
als auch Arbeitnehmer gefordert, "eine Offenheit gegenüber der
anderen Sichtweise" an den Tag zu legen. Um unternehmensrelevante
Informationen vor der Kommunikationsfreude der Mitarbeiter zu
schützen, hält er Richtlinien für den Umgang mit sozialen Medien für
notwendig. Dennoch warnt Laga davor, neue Entwicklungen zu
ignorieren. "Sich überhaupt nicht mit modernen Themen zu
beschäftigen, wie zum Beispiel 'Crowdsourcing', ist sicher auch nicht
der richtige Weg." Er rät dazu, innovative Vorschläge junger
Mitarbeiter ernst zu nehmen.
Neue Wege bei der Mitarbeitersuche
Die Veränderungen bei der Mediennutzung wirken sich auch auf den
Rekrutierungsprozess der Unternehmen aus. "Der klassische Weg hat
eigentlich nichts gebracht, während der Weg über die sozialen Medien
eigentlich gut funktioniert hat", so Michael Wilfing-May vom
Beratungsunternehmen Navax. Die Anforderungen, die Bewerber an den
potenziellen Arbeitgeber stellen, haben sich ebenfalls gewandelt.
"Hier bin ich, was bietet ihr mir", fasste Wilfing-May den Zugang
vieler "digital Natives" zusammen.
Eine veränderte Mediennutzung bestätigte auch Susanne Ostertag von
Microsoft Österreich. "Die Werbewirtschaft und auch das Recruiting
müssen sich auf diese neue Zielgruppe und ihr Mediennutzungsverhalten
einstellen." Die Erwartung von Geschwindigkeit und jederzeitiger
Verfügbarkeit ist ein weiteres Merkmal der digitalen Generation, sind
sich die Experten einig. Unternehmensstrukturen könnten mit diesen
Erwartungen allerdings nicht immer mithalten.
Hier sieht Alf Netek von Kapsch die Gefahr eines Kulturschocks für
die digitale Generation. Wenn im Rekrutierungsprozess ein Bild des
Unternehmens vermittelt wird, das sich vom Arbeitsalltag allzu stark
unterscheidet, könne ein ungünstiger Eindruck entstehen. Die Art der
Mitarbeiterwerbung müsse zu der Struktur und Kultur der Firma passen.
"Kapieren und nicht kopieren", riet Netek.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- A1 Telekom Austria www.A1TelekomAustria.at
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria http://economyaustria.at
- Ericsson Austria www.ericsson.com
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
SERVICE:
Weitere Bilder unter: www.apa-fotoservice.at/galerie/2084/
VIDEO:
Einleitung Thomas Stern
http://www3.braintrust.at/apa_ebc/110728apaebc01.wmv
Impulsreferat
http://www3.braintrust.at/apa_ebc/110728apaebc02.wmv
Podiumsdiskussion:
http://www3.braintrust.at/apa_ebc/110728apaebc03.wmv
Publikumsdiskussion:
http://www3.braintrust.at/apa_ebc/110728apaebc04.wmv
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
APA-E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
[email protected]
Web: http://ebc.apa.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MMM











