- 28.01.2011, 15:29:59
- /
- OTS0210 OTW0210
Klassische Medien suchen Verdienstmodelle bei mobilem Content -BILD/VIDEO
Medienhäuser müssen nicht nur Angebote, sondern auch Umsätze diversifizieren - Expertendiskussion der APA-EBC
Wien (OTS) - Erst durch iPhone, iPad, E-Reader und Co. hat das
Internet richtig laufen gelernt: Mobile Inhalte boomen bei den Usern
und auch in klassischen Medienbranchen wie Print und TV wecken die
neuen Endgeräte Hoffnungen auf eine Kompensation rückläufiger Zahlen
bei Kioskverkäufen und Rezipienten. Doch bis jetzt sind kräftige
Verdienstmodelle ausständig, zeigte sich gestern, Donnerstagabend,
bei einer Podiumsdiskussion der APA-E-Business-Community (EBC) in
Wien.
"Es kommt zu einer Diversifizierung von Angeboten und
Umsatzkanälen. Während die traditionellen Medien ersteres schon in
Angriff genommen haben - etwa durch Inhalte für Tablets -, wird die
Anpassung der Geschäftsmodelle noch ein wesentlich spannenderes
Thema", analysierte Christian Adelsberger, Leiter Business
Development bei der F&E-Einrichtung Evolaris, in seiner Keynote.
Der Erfolg in mobilen Welten hänge in einem wesentlichen Maße von
der Vermeidung potenzieller Hürden für den Kunden ab. Das betreffe
sowohl die technischen Möglichkeiten (Schlagworte: "anytime,
anywhere, any device") als auch das Preismodell: "Wenn man schon
Print hat, will man sich für mobile nicht wieder ein neues Paket
besorgen", so Adelsberger.
"Alte" Medien könnten auch online vor allem durch
Vertrauenswürdigkeit und Relevanz punkten. Bekanntermaßen wandle sich
die Breite an kostenlos verfügbaren Inhalten schnell vom Segen zum
Fluch, wenn das Überangebot die User überfordert, meinte Adelsberger.
Wie sinnvoll ist Content-Personalisierung?
Uneinigkeit bestand am Podium über den Sinn der seit Jahren als
unerlässlich postulierten Personalisierung des Contents. "Es gibt
viele Menschen, die durchaus nicht das Gleiche lesen wollen wie
andere", meinte Rainer Friedl von diamond:dogs. Die Medienbranche
habe hier "viel verschlafen".
"Extrembeispiele" wie das von Adelsberger zitierte "paper.li"
zeigen vor, was theoretisch möglich ist: Die Plattform erstellt
aufgrund semantischer Muster aus der Social Cloud eines Users eine
personalisierte Zeitung. Von diesem Konzept wenig beeindruckt gab
sich Marcus Hebein von APA-MultiMedia: "Auch heute lesen die Leute
noch gern, was die anderen lesen. Wir wollen wissen, was die anderen
wissen, und deswegen sind wir weiter auf die Selektion der Medien
angewiesen", so Hebein. Plattformen wie Twitter würden in dieser
Hinsicht keine Konkurrenz zu herkömmlichen Medien darstellen: "Da
wird kein Inhalt per se generiert, sondern es wird hauptsächlich
darüber diskutiert, was in Medien stattfindet."
Die Content-Personalisierung hat auch für Alexis Johann,
Geschäftsführer WirtschaftsBlatt Digital, ihre Grenzen. Nur durch
Masse gebe es bekanntlich Werbung und es gelte für die
Tageszeitungen, Modelle zu finden, die die schrumpfenden Verkäufe am
Kiosk wettmachen. Wenig übrig habe man als Zeitungsmacher ebenso für
den "Filetierungstrend", mit dem sich etwa die Musik-CDs abfinden
müssen, wo einzelne Titel zu Cent-Preisen verkauft werden. "Davor
haben Printleute Angst, dass man das Produkt auf das Skelett
zerlegt", so Johann.
PDF-Lösungen zum Bezahlen, Online-Content gratis
Ob durch neue Kanäle und Ausgabegeräte eine Kompensation von
Umsatz und Auflagenrückgängen gelingt, wollte am Podium niemand
prophezeien. iPad oder Tablet-PCs hätten als Rettungsanker gegolten,
meinte Thomas Wedl vom App-Hersteller Cellular. In Printmedien hätten
sich dafür zwei Strategien herauskristallisiert: Einerseits die
Schaffung hochwertiger, dem Printprodukt ähnliche PDF-Lösungen, denen
ein Bezahlmodell zugrunde liegt, und auf der anderen Seite Web-nahe
Lösungen mit Onlineinhalten, die tendenziell gratis sind. Es sei die
Frage, ob sich Rückgänge bei der analogen Auflage auf diese Weise
ausgleichen lassen, gab Wedl zu bedenken.
Medien müssten sich im Online-Wettbewerb künftig nicht nur
inhaltlich, sondern auch mehr technisch unterscheiden, so der
Cellular-Mann: "Es muss nicht überall ein Facebook-Button dabei
sein". Dies entspreche ja auch althergebrachten Strategien des
Kioskverkaufs (Differenzierung und Positionierungen abseits des
"Einheitsbreis"). Ganz entscheidend würden in den kommenden Jahren
jedenfalls Videoinhalte werden, erklärte Wedl.
"Tageszeitungen sind heute Medienhäuser und werden in den
kommenden Jahren weiter Ausspielkanäle finden", meinte auch Hebein.
Was das vom Leser akzeptierte Themenspektrum bei mobilen Inhalten
betrifft, so hätten "echte Nachrichten" noch immer beste Chancen. Es
habe sich gezeigt, dass am iPhone nicht nur "Yellowpress-Berichte"
gelesen werden, sondern auch Wirtschaftsberichte, so der
Multimedia-Experte.
Die grundsätzliche Beliebtheit von mobiler Technologien und
Inhalte bei den Usern stehe jedenfalls außer Frage, war sich das
Podium einig. Bei einer Umfrage unter der Beteiligung von Evolaris
lag die mobile Internetnutzung Ende 2010 bei 41 Prozent, 2009 waren
es noch 29 Prozent. Dennoch würden mobile Medien zu sehr als
Randerscheinung wahrgenommen, kritisiert Adelsberger, der
insbesondere auf das "Missverhältnis zwischen tatsächlicher Nutzung
und den Ausgaben in der Werbung" hinwies.
Rund 140 Gäste networkten im Anschluss an die Podiumsdiskussion
noch weit in die Abendstunden hinein - mit dabei waren unter anderem:
Alfred Grinschgl (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH), Christoph
Kotanko (Kurier), Michael Lang (APA) und Manfred Perterer (Salzburger
Nachrichten).
Fotogalerie zum Event unter
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201101&e=20110127_e&a=event
Die Plattform
Soziale Netzwerke, mobiles Marketing und Software als
Dienstleistung: Die IT-Welt dreht sich immer schneller. Die seit 2001
existierende E-Business-Community (EBC) hat es sich daher zur Aufgabe
gemacht, Wissen über aktuelle Themen aus der Branche zu vermitteln
und Geschäftskontakte zu erleichtern.
Veranstaltet von APA-MultiMedia, dem Partner für multimedialen
Content und redaktionelles Outsourcing, bildet die EBC ein
schlagkräftiges Netzwerk für erfolgreiches E-Business. Monatliche
Veranstaltungen, bei denen sowohl Impulsreferate als auch
Fachvorträge und Podiumsdiskussionen Platz haben, bilden die ideale
Plattform für Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- A1 Telekom Austria www.A1TelekomAustria.at
- Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria http://economyaustria.at
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- UC4 Software GmbH www.uc4.com
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at
Rückfragehinweis:
E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MMM








